Am 1. Mai ist Tag der Arbeit – und Bundesratssitzung

    Nadine Brügger
    Nadine Brügger

    Bern,

    Statt dem Volk auf den Mund zu schauen, lässt der Bundesrat sich am heutigen 1. Mai lieber zuhören. Linke finden Ueli Maurers Bundesratssitzung «stossend».

    1. Mai Ueli Maurer
    Erst hat Bundespräsident Ueli Maurer die Schweiz mit seiner China-Reise und den Bemühungen um die geplanten «Neuen Seidenstrasse» in Atem gehalten. Jetzt stösst er mit der am 1. Mai anberaumten Sitzung Linke vor den Kopf. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 1890 ist der 1. Mai der (Kampf-) Tag der Arbeit. Reserviert für Demos und Reden.
    • Für heute hat Bundespräsident Ueli Mauerer allerdings eine Bundesratssitzung anberaumt.
    • Linke sind darüber nicht erfreut.

    Der 1. Mai ist nicht einfach irgendein Monatsbeginn. Seit mehr als hundert Jahren wird am 1. Mai der Tag der Arbeit begangen.

    Ein Kampftag, ein Demonstrationstag, ein Forderungstag - ein besonderer Tag. Für die meisten, zumindest. Nicht so für die Landesregierung. Bundespräsident Ueli Maurer nämlich hat für heute eine Sitzung anberaumt.

    Am 1. Mai dem Volk zuhören

    «Ich finde das stossend», sagt Katharina Prelicz-Huber. Die Grüne Zürcher Gemeinderätin und VPOD-Präsidentin hätte für den Bundesrat andere Pläne gehabt.

    1. Mai Bundesrat Demo
    Die Geimeinderätin der Stadt Zürich, Katharina Prelicz-Huber, sähe den Bundesrat am 1. Mai lieber beim Volk, statt am Sitzungstisch. - Keystone

    «Ich wünschte mir den Bundesrat an den Demonstrationen zumindest unter den Zuschauern», so Prelicz-Huber. Heute müsste der Bundesrat auf die Strasse, findet die VPOD-Präsidentin. «Um zu hören, was die Arbeitnehmenden beschäftigt und wo sie Erwartungen an den Bundesrat hätten.»

    SP-Bundesräte sollen auf die Strasse

    Die beiden SP-Bundesräte Simonetta Sommaruga und Alain Berset hätte sich Prelicz-Huber zudem unter den Rednern zum 1. Mai gewünscht. Nicht am langen Tisch des bundesrätlichen Sitzungszimmers.

    SP Nationalrätin Barbara Gysi
    SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi setzt sich gegen sexuelle Gewalt und für Gleichberechtigung ein. - Keystone

    SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi war «überrascht», über die Sitzung. «Aber», sagt sie dann, «es ist halt ein SVP-ler Bundespräsident.»

    Als Präsidentin der Bundesgewerkschaft PVB ist die Nationalrätin heute für 1-Mai-Reden und Auftritte in der ganzen Schweiz unterwegs. Auch SP-Bundesrätin Sommaruga wird sich am späteren Nachmittag dem Volk widmen. Sie besucht eine Kinderkrippe in Fribourg.

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