Aargauer Schulrätin kriegt zum Abschied abgelaufene Pralinés
Nicole Burger erhält nach fast neun Jahren im Kreisschulrat Aarau-Buchs ein Abschiedsgeschenk. Doch: Die Pralinés darin sind abgelaufen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nicole Burger sass fast neun Jahre im Kreisschulrat Aarau-Buchs.
- Mehr als fünf Monate nach der letzten Sitzung erhält sie abgelaufene Pralinen.
- Die SVP-Politikerin nimmt das Geschenk mit Humor.
Fast neun Jahre lang engagierte sich Nicole Burger im Kreisschulrat Aarau-Buchs. Zum Abschied erhält die SVP-Politikerin eine Schachtel Pralinen.
Doch: Das Geschenk hat einen Haken. Die Pralinen haben das Ablaufdatum längst überschritten!
«Ich musste schmunzeln, als ich sah, dass die Pralinés abgelaufen waren», sagt Burger zu Nau.ch. Sie habe sich über die Anekdote amüsiert und diese deshalb auf Facebook geteilt.

Hinter dem kuriosen Geschenk steckt das turbulente Ende der Kreisschule Aarau-Buchs. Nach Differenzen über deren Zukunft führen die Stadt Aarau und die Gemeinde Buchs AG seit August wieder getrennte Schulen.
Geschenk lag auf der Gemeinde Buchs
Der Kanton löste den Kreisschulrat und den Schulvorstand daher per Ende Juli auf. Der Gemeindeverband besteht für die Übergangszeit noch bis Ende Juli 2027.
Bei der letzten Sitzung habe noch niemand gewusst, dass es die letzte sein würde, erzählt Burger. «Man konnte sich also nicht verabschieden.»
Für die Mitglieder des Kreisschulrats sei später eine Verabschiedung an einem Mitarbeiterfest vorgesehen gewesen. Sie selbst habe daran nicht teilnehmen können und wisse nicht, wie die Verabschiedung abgelaufen sei.
Später habe sie gehört, dass die Kreisschulräte noch ein Geschenk erhalten würden. Dieses sei bei ihr aber nie angekommen.
Erst kürzlich, mehr als fünf Monate nach der letzten Sitzung, erhielt Burger die Schachtel. Ausgehändigt wurde sie ihr bei einem Besuch auf der Gemeinde Buchs – obwohl sie selbst in Aarau wohnt.
Das Geschenk: Eine Pralinéschachtel mit Ablaufdatum 13. Oktober.
Warum die Geschenke für die Kreisschulräte aus beiden Orten in Buchs lagen, wisse sie nicht, sagt Burger. Auf Facebook bedankt sie sich dafür, dass immerhin noch jemand an sie gedacht habe.
«Was will mir der Stadtrat damit sagen?»
Dass die Pralinen abgelaufen waren, passt für Burger zum unrühmlichen Ende der gemeinsamen Schule. Sie selbst hatte für den Schulvorstand kandidieren wollen.
Nach dem Entscheid der Stadt Aarau, die Kreisschule auflösen zu wollen, zogen sich laut Burger die Kandidierenden zurück. «Totengräber wollte niemand spielen», sagt sie.
Den späteren Entscheid des Kantons, die Schulen zu trennen, hält sie für richtig.
Auf Facebook rätselt Burger mit einem Augenzwinkern, was ihr der Aarauer Stadtrat mit dem Geschenk wohl sagen wollte. Ein Brief habe schliesslich nicht beigelegen.
«Vielleicht: Frau Burger war wie abgelaufene Schokolade: völlig ungeniessbar?» Oder doch «vielfältig und süss wie eine Schachtel Pralinen»?

Immerhin: Probiert hat Burger die Süssigkeiten bereits. Die Brändli-Pralinen seien «definitiv auch über das Ablaufdatum hinaus lecker», schreibt sie.
Sie betont gegenüber Nau.ch, dass sie ihre ehrenamtliche Arbeit gerne geleistet und kein Geschenk gebraucht habe. «Aber eine abgelaufene Schachtel Pralinen ohne Begleitbrief war dann schon eher etwas schräg.»
Nau.ch hat auch Buchs AG um eine Stellungnahme zur abgelaufenen Pralinenschachtel gebeten. Bislang hat die Gemeinde auf die entsprechende Anfrage nicht reagiert.











