Aargauer Polizei warnt vor Angriffen auf AKWs
Nach konkreten Hinweisen warnt die Aargauer Polizei vor Sabotageakten auf kritische Infrastruktur. Es habe bereits «Erkundungstouren» gegeben.

Das Wichtigste in Kürze
- Kritische Infrastruktur im Kanton Aargau wurde ausspioniert.
- Zugänge und Sicherheitsvorkehrungen wurden dabei beobachtet und untersucht.
- Die Aargauer Behörden rufen zu erhöhter Aufmerksamkeit und Sensibilisierung auf.
Cyberangriffe und Sabotageakte auf kritische Infrastruktur sind längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Allein im Kanton Aargau stehen mehrere Atomkraftwerke, die Zentrale der Stromnetzbetreiberin Swissgrid sowie das grösste Tanklager der Schweiz.
Nun hat Polizeikommandant Michael Leupold erstmals konkrete Hinweise öffentlich gemacht. Am Rande der Jahresmedienkonferenz der Aargauer Kantonspolizei sprach er von sogenannten «Erkundungstouren», wie SRF berichtet.
Die Rede ist von «Aktivitäten, aus denen man schliessen muss, dass sich ausländische Dienste für unsere Infrastrukturen interessieren». Sprich: Spionage. Dabei würden Zugänge und Sicherheitsvorkehrungen beobachtet.
Polizeikommandant: «Kritische Infrastruktur ist physisch verletzlich»
Die Polizei reagiert mit verstärkten Kontrollen. Doch herauszufinden, wer hinter solchen Aktionen steckt, gestaltet sich schwierig. «Wir können nur versuchen, Rückschlüsse zu ziehen», so Leupold.
Oft wüssten die Spione gar nicht, wer ihr Auftraggeber sei. Sie erhalten Geld – und liefern im Gegenzug Informationen. Ob dahinter gar ein Geheimdienst stecken könnte, ist nicht bekannt.
Leupold warnt: «Die kritische Infrastruktur ist physisch verletzlich.»
Sensibilisierung seit Kriegsbeginn
Trotz der angespannten Lage verweist die Polizei auch auf getroffene Sicherheitsmassnahmen. Die Schweiz habe aus früheren Vorfällen gelernt. Etwa aus der Sabotage von Glasfaserkabeln in Rheinfelden AG oder dem jüngsten Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin.
Gemeinsam mit Betreibern von Kernkraftwerken und der Swissgrid seien Anlagen überprüft worden. Dabei habe man Verbesserungspotenzial festgestellt.
Seit dem Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine habe zudem eine deutliche Sensibilisierung eingesetzt. Rund um die Uhr überwachen könne man jedoch nicht.
Vor diesem Hintergrund ruft die Aargauer Polizei Betreiber kritischer Infrastruktur zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Sicherheitslücken müssten ernst genommen und Vorfälle rasch gemeldet werden.













