24-Stunden-Giftnotruf Tox Info Suisse droht das Aus

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Der Giftnotruf Tox Info Suisse steht vor dem Aus, da laut Stiftungsrat der Bund die notwendige finanzielle Unterstützung verweigert.

    Giftnotruf
    Die Finanzlücke bei Tox Info Suisse entstehe aber vor allem dadurch, dass sich die Stifter und Träger von der Finanzierung zurückzögen. (Archivbild) - dpa

    Dem Rund-um-die-Uhr-Giftnotruf Tox Info Suisse mit 42'000 Anrufen im vergangenen Jahr droht das Aus. Ein Grund dafür ist aus Sicht des Stiftungsrates die fehlende Unterstützung durch den Bund. Mit einem Brief richtet er sich an Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.

    Obwohl der Betrieb der Informationsstelle gesetzlich vom Bund vorgeschrieben sei, trage dieser heute zum notwendigen Budget von 5,5 Millionen Franken nur 550’000 Franken bei, bestätigte Stiftungsratspräsident Josef Widler einen Bericht der Tamedia-Zeitungen vom Donnerstag. Falls nicht rasch zusätzliche Gelder kommen, müsse als Erstes die Nachtschicht eingestellt werden.

    Zurzeit decke die Stiftung, die hinter der Hotline steht, das jährliche Defizit von einer Million Franken aus ihrem Eigenkapital. Aber ohne zusätzliche Beiträge der öffentlichen Hand könne der Betrieb von Tox Info Suisse ab nächstem Jahr nicht mehr weitergeführt werden.

    Rückzug privater Träger verschärft Situation

    Vor zehn Jahren haben sich private Träger mit 27 Prozent an den Aufwendungen von Tox Info Suisse beteiligt, wie Widmer der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Im Jahr 2024 betrug der Beitrag demnach noch 9 Prozent. Die verbleibenden privaten Trägerorganisationen hätten angekündigt, spätestens per 2029 ihre finanziellen Beiträge gänzlich einzustellen.

    Diese Organisationen seien der Ansicht, dass es sich beim Giftnotruf um einen Service public handle, so Widmer. Viele angefragte Stiftungen hätten mitgeteilt, dass es ihr Reglement nicht zulasse, Tätigkeiten zu unterstützen, die gemäss Gesetz von der öffentlichen Hand zu finanzieren seien.

    Keine weiteren Sparmassnahmen möglich

    Seit mehr als zehn Jahren beschäftige sich der Stiftungsrat mit der Finanzierung des Giftnotrufs und fahre einen konsequenten Sparkurs. Durch externe Berater und interne Abklärungen sei aber aufgezeigt worden, dass alle Sparmöglichkeiten ausgeschöpft seien.

    So lägen die Löhne der Ärztinnen und Ärzte unter dem Üblichen, der Stellenplan sei zu knapp besetzt, und die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle seien reduziert worden. Der Ersatz der Software des Giftnotrufes habe zudem 1,5 Millionen Franken gekostet.

    Kommentare

    User #5442 (nicht angemeldet)

    Es langt eine Notrufnummer

    User #4305 (nicht angemeldet)

    Lotteriefonds? Serafe? es gibt so viele Möglichkeiten

    Weiterlesen

    Medikamente
    Nicht signifikant

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