Zahl landlebender Insekten binnen 30 Jahren um fast ein Viertel gesunken

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Die Zahl landlebender Insekten ist binnen 30 Jahren um fast ein Viertel zurückgegangen.

    Tagpfauenauge
    Tagpfauenauge - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bestände bei Süsswasserinsekten wie Libellen erholen sich dagegen.

    Das bestätigte eine umfassende Analyse weltweiter Langzeitstudien, wie das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig mitteilte. Einen positiven Trend gibt es dagegen bei den Süsswasserinsekten, deren Bestände sich erholen.

    Ein internationales Forscherteam stellte Daten aus insgesamt 166 Langzeitstudien an weltweit 1676 Orten zusammen, um Veränderungen der Insektenzahlen zu untersuchen. Diese Daten wurden zwischen 1925 und 2018 erhoben. Sie zeigen grosse örtliche Unterschiede. So gab es in Ländern mit vielen Langzeitstudien wie Deutschland, Grossbritannien oder den USA sowohl Orte mit Rückgängen als auch Orte mit wenig Veränderungen oder sogar Zunahmen.

    Im weltweiten Durchschnitt sank die Zahl der landlebenden Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Ameisen um 0,92 Prozent pro Jahr, was einem Rückgang von 24 Prozent über 30 Jahre entspricht.

    Den Forschern zufolge geht es nicht nur um die augenfälligen, die fliegenden Insekten. Die meisten Insekten leben im Verborgenen ? etwa im Boden oder in Baumwipfeln. Es zeigte sich, dass heute weniger Insekten in Bodennähe leben als früher ? ähnlich wie in der Luft. Im Gegensatz dazu blieb die Zahl der Insekten, die in Bäumen leben, im Schnitt unverändert.

    Bei den Süsswasserinsekten gibt es hingegen eine Erholung. Die Zahl der Insekten, die ihr Leben zeitweise im Wasser verbringen wie Libellen, Wasserläufer und Köcherfliegen, stieg im Durchschnitt um 1,08 Prozent pro Jahr. Das entspricht einem Zuwachs 38 Prozent über einen Zeitraum von 30 Jahren. Den Forschern zufolge ist das auch ein Effekt zunehmend sauberer Seen und Flüsse.

    Ann Swengel, Koautorin der Studie, spricht von sehr komplexen Trends. Sie erforscht seit 34 Jahren die Schmetterlingspopulationen an hunderten Orten in den USA. Dort gebe es starke Rückgänge selbst an vielen geschützten Orten, aber auch Standorte, an denen es Schmetterlingen gut gehe. «Es braucht Jahre und viele Daten, um sowohl die Erfolge als auch die Misserfolge zu verstehen, Art für Art und Ort für Ort.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    xhaka
    40 Interaktionen
    «Covid!»
    rheinmetall
    69 Interaktionen
    Rheinmetall-Rücktritt

    MEHR IN NEWS

    Roveredo GR
    Roveredo GR
    Grenchen SO
    Grenchen SO
    Busswil TG

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    a
    12 Interaktionen
    Betrunken eingeschlafen
    meillard
    4 Interaktionen
    Testet 19 Paar Ski
    Friedrich Merz
    29 Interaktionen
    Berlin