ETH-Forscher entwickeln berührungslosen Roboterarm

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    Wissenschaftler der ETH haben mit der Entwicklung eines neuartigen Roboterarms begonnen. Der Roboterarm soll Kleinteile bewegen, ohne diese dabei zu berühren.

    ETH Zürich
    Forscher an der ETH Zürich haben mit der Entwicklung eines Neuartigen Roboterarms begonnen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mittels Ultraschallwellen soll der neue Roboterarm Kleinteile kontaktlos bewegen können.
    • Das Projekt verschiedener ETH-Forscher ist derzeit in der Prototypenphase.

    Auf Ultraschallwellen können kleine Gegenstände schweben. Mit diesem Konzept entwickeln ETH-Forscher einen Roboterarm, der berührungslos Kleinteile greifen und manipulieren kann. Interessant ist das beispielsweise für die Uhren- und Halbleiterindustrie.

    Empfindliche Kleinteile für Uhren oder Mikrochips brauchen Fingerspitzengefühl, damit nichts kaputt geht. In Zeiten der industriellen Automatisierung keine leichte Aufgabe: Wo Roboter zupacken, entstehen leicht Schäden, die teils richtig ins Geld gehen können. Eine Möglichkeit sind gummiartige Greifer, allerdings haben auch diese ihre Nachteile.

    Roboterarm
    Roboterarme wie dieser sind heute aus Produktionsketten nicht mehr wegzudenken und werden für die verschiedensten Zwecke eingesetzt. (Archivbild) - Keystone

    Im Zuge eines ETH-Pioneer-Fellowships entwickelt der ehemalige ETH-Doktorand Marcel Schuck daher zusammen mit einem Doktorats- und einem Masterstudenten einen Roboterarm. Dieser soll Kleinteile händeln, ohne sie zu berühren. Möglich wird das durch Schallwellen, die ein für Menschen unhörbares Druckfeld erzeugen, wie die ETH heute Dienstag in einer Mitteilung schrieb.

    Kleinteile in der akustischen Falle

    Durch Überlagerung der akustischen Wellen werden Druckpunkte erzeugt, in denen sich kleine Objekte fangen lassen. Diese scheinen dann zu schweben.

    Bisher ist der Roboterarm nur ein Prototyp: Zwei 3D-gedruckte Halbkugeln bilden die «Greifer» und beherbergen Mini-Lautsprecher, die die nötigen Schallwellen erzeugen. Mit einer Software lassen sich die Lautsprecher so steuern, dass sich die Druckpunkte verschieben und die darin gefangenen Objekte bewegen. Langfristig soll es möglich werden, die Position in Echtzeit zu verschieben, ohne dass das schwebende Objekt herunterfällt, wie die ETH schrieb.

    Universallösung für alle Formen

    Ein Vorteil des berührungslosen Greifens sei, dass es keinen spezifisch angepassten Greifer für jede neue Form brauche, hiess es weiter. So könnte der Roboterarm dereinst die vielen verschiedenen Versionen an Präzisionsgreifern ablösen.

    Roboterarme
    Wenn Roboterarme greifen, können empfindliche Bauteile beschädigt werden. Dieses Problem liesse sich mit Ultraschall-Greifern vermeiden. (Archivbild) - Keystone

    Mögliche Anwendungen sieht Schuck beispielsweise in der Mikrochip- oder Uhrenindustrie. «Zahnräder von Uhren beispielsweise werden erst mit Schmiermitteln versehen, dann wird die Dicke dieser Schicht gemessen. Selbst feinste Berührungen könnten den dünnen Schmiermittelfilm zerstören», erklärte er.

    Im Zuge seines Fellowships will er eine Art Experimentierkoffer für potenzielle Kunden erstellen. Anhand der Rückmeldungen aus der Industrie will er den Roboterarm weiterentwickeln. Sollte sich sein Konzept bewähren, könnte daraus ein Start-Up werden, schrieb die ETH.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Für Bildschirme
    Transplantation Leber
    3 Interaktionen
    Sieben Tage lang
    1 Interaktionen
    Lausanne

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    a
    Hohe Wertschöpfung
    Flurin Capaul setzt sich für den Erhalt der Aemtlerwiese als Freifläche ein. - Clarissa Rohrbach
    Zürich
    VZO
    30 Interaktionen
    Mehr Plakate
    SRF
    307 Interaktionen
    SRF-Show