Studie

    Berner Forscher entlockt farbigen Skeletten ihre Geheimnisse

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    Bern,

    Bei jungsteinzeitliche Begräbnisriten spielte oft Farbe eine wichtige Rolle. Forscher konnten nun neue Erkenntnisse zum Thema gewinnen.

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    Geometrisches Muster einer Wandmalerei in einem Gebäude. - sda - Universität Bern/Jason Quinlan

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Jungsteinzeit wurden Knochen als Teil eines Begräbnisrituals farbig angemalt.
    • Nun konnten Forscher neue Erkenntnisse zu diesem Ritus gewinnen.
    • Diese stammen aus der Siedlung Catalhöyük, die als älteste Stadt der Welt gilt.

    Ein internationales Team mit Forschenden der Universität Bern hat neue Erkenntnisse zu Begräbnisriten in einer jungsteinzeitlichen Siedlung in der heutigen Türkei gewonnen. Farbe spielte dabei eine wichtige Rolle.

    Die Erkenntnisse stammen aus der Siedlung Catalhöyük im anatolischen Hochland. Sie gilt als älteste Stadt der Welt. Dort wurden die Knochen der Toten teilweise bemalt und mehrmals ausgegraben und wieder bestattet, wie die Universität Bern in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Die jungsteinzeitliche Siedlung datiert aus der Zeit vor rund 9000 Jahren.

    Studie zeigt Zusammenhänge von Verwendung der Farbstoffe

    Der Zusammenhang zwischen der Verwendung von Farbstoffen und symbolischen Handlungen ist bei vielen menschlichen Gesellschaften dokumentiert. Eine Studie, die kürzlich von einem internationalen Forschungsteam mit Berner Beteiligung in der Zeitschrift «Scientific Reports» veröffentlicht wurde, liefert die erste detaillierte Analyse der Verwendung von Pigmenten bei Bestattungen und an den Wänden der Bestattungsräume.

    «Wir zeigen erstmals Zusammenhänge zwischen Bestattungsritualen, Wohnbereichen und der Verwendung von Farbstoffen in dieser faszinierenden Gesellschaft», wird der Hauptautor der Studie, Marco Milella, von der Abteilung für Physische Anthropologie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern in der Mitteilung zitiert.

    Die Universität Bern.
    Die Universität Bern. - Keystone

    Die Forschenden wiesen nach, dass roter Ocker das am häufigsten verwendete Pigment in Catalhöyük war. Der Farbstoff war auf den Körpern von mehreren Erwachsenen und Kindern beider Geschlechter zu finden, während Zinnober und blaues sowie grünes Pigment eher bei Erwachsenen verwendet wurde.

    In einem Gebäude scheint die Zahl der Bestattungen mit der Zahl der nachfolgenden Schichten von Wandmalereien zusammenzuhängen. «Das heisst: bei jeder Bestattung wurden auch die Wände des Hauses bemalt», erklärte Milella.

    Auswahlkriterien noch unbekannt

    Zudem blieben einige Verstorbene quasi Teil der Gemeinschaft: Teile ihres Skeletts wurden wieder ausgegraben und eine Zeit lang weitergereicht, bevor sie erneut bestattet wurden. Diese zweite, manchmal auch dritte Bestattung von Skelettteilen wurde ebenfalls von Wandmalereien begleitet.

    Nicht alle Skelette wurden bemalt oder weitergereicht. Die Kriterien für die Auswahl dieser Individuen sind bislang jedoch unbekannt. Die Studie mit Berner Beteiligung zeigt aber, dass die Auswahl nicht mit dem Alter oder dem Geschlecht zusammenhängt.

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