Zypern-Klinik befruchtet Mütter mit falschen Samenspenden

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

Grossbritannien,

Ein britisches Paar erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Klinik in Nordzypern: Bei der künstlichen Befruchtung sollen falsche Samenspender verwendet worden sein.

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Ein britisches Paar wirft einer Klinik vor, bei der künstlichen Befruchtung zweimal den falschen Samenspender verwendet zu haben. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein britisches Paar wirft einer Klinik vor, falsche Samenspender verwendet zu haben.
  • DNA-Tests zeigen: Beide Kinder stammen nicht vom gewählten Spender.
  • Mehrere Familien erheben ähnliche Vorwürfe.

Ein britisches Paar wirft einer Fertilitätsklinik vor, bei der künstlichen Befruchtung den falschen Samenspender verwendet zu haben.

Laura und ihre Partnerin Beth liessen sich in der Dogus-Klinik in Nordzypern behandeln. Beide Kinder entstanden durch künstliche Befruchtung, wie die BBC berichtet.

Die beiden Frauen verwendeten ihre eigenen Eizellen für die Behandlung. Sie wählten einen anonymen, gesunden Samenspender aus.

Der Klinik teilten sie mit, dass derselbe Spender für beide Kinder verwendet werden sollte. So wären die Geschwister biologisch miteinander verwandt.

Bei der Geburt des zweiten Kindes James bemerkten die Mütter jedoch etwas Ungewöhnliches. «Es war ziemlich bald nach James' Geburt, als ich wusste, etwas stimmte nicht», sagt Laura gegenüber der BBC.

Die braunen Augen des Neugeborenen unterschieden sich stark von denen der biologischen Mutter Beth und auch des gewählten Samenspenders.

DNA-Test bringt Klarheit

Fast ein Jahrzehnt lang plagten die Eltern Zweifel über einen möglichen Fehler der Klinik. Schliesslich entschieden Beth und Laura, dass ihre Kinder einen DNA-Test machen sollten. Die Ergebnisse bestätigten ihre Befürchtungen.

Keines der beiden Kinder stammte vom ausgewählten Samenspender ab. Noch überraschender war, dass die Geschwister nicht einmal biologisch miteinander verwandt waren. Offenbar wurden für beide Behandlungen verschiedene Samenspender verwendet.

Die BBC berichtet über insgesamt sieben Kinder, deren Familien ähnliche Vorwürfe erheben.

Die meisten Familien führten demnach kommerzielle DNA-Tests durch, die ihre Vermutungen zu bestätigen scheinen. Die Dogus-Klinik in Nordzypern antwortete nicht auf Anfragen der britischen Rundfunkanstalt.

Familie hält trotz allem zusammen

Zwei Jahre sind vergangen, seit Beth und Laura mit ihren Kindern über die Situation sprachen. Die Kinder wissen nun, dass sie nicht biologisch verwandt sind. An ihrer Liebe zueinander hat das jedoch nichts geändert.

Könntest du dir vorstellen, ein Kind per anonymer Samenspende zu zeugen?

«Wir sind alle zusammen aufgewachsen und unsere Mütter haben uns grossgezogen», sagt die ältere Tochter Kate der BBC.

«Wir sind immer noch eine Familie, auch wenn es nicht durch Blutsverwandtschaft ist.» Und die Eltern betonen: «Wir haben zwei wunderbare Kinder. Am Ende wird alles gut sein.»

IVF steht für In-vitro-Fertilisation, also künstliche Befruchtung im Labor. Dabei werden Eizellen ausserhalb des Körpers befruchtet und später in die Gebärmutter eingesetzt. Die Behandlung kommt bei unerfülltem Kinderwunsch zum Einsatz.

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