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    WHO tief besorgt über Antibiotika-Resistenzen - «globale Bedrohung»

    Keystone-SDA
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    Genève,

    Wenn Krankheitserreger nicht mehr auf Antibiotika reagieren, endet das für Patienten oft tödlich. Die WHO sieht darin eine «globale Bedrohung».

    Antibiotika
    Antibiotikaresistenzen stellen schon heute eine der grössten gesundheitlichen Herausforderungen in Europa dar. - Armin Weigel/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Über 35'000 Menschen jährlich sterben in Europa wegen Antibiotika-Resistenzen.
    • Laut der WHO sind es weltweit sogar 1,3 Millionen Menschen.
    • Die Zahl der resistenten Bakterien wächst dabei weiter an.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist tief besorgt über die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. «Die Antibiotika-Resistenz ist eine globale Bedrohung, sowohl für die öffentliche Gesundheit als auch die Wirtschaft», sagte WHO-Expertin Catharina van Weezenbeek.

    Die WHO schätzt, dass jedes Jahr 1,3 Millionen Menschen sterben, weil Antibiotika bei ihren Infektionen nicht anschlagen. Sie legte am Freitag in Genf ihren neuen Bericht über Antibiotika-Resistenzen (AMR) vor.

    Erst kürzlich hatte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC berichtet, dass im Europäischen Wirtschaftsraum jährlich mehr als 35'000 Menschen aufgrund von Antibiotika-Resistenzen sterben. Die gesundheitlichen Folgen seien vergleichbar mit denen von Grippe, Tuberkulose und HIV/Aids zusammen, teilte die Behörde mit.

    Mehr resistente Bakterien

    Von 2017 bis 2021 sei die Zahl der Blutbahn-Infektionen durch resistente Escherichia-coli- und Salmonella-spp.- sowie resistente Gonorrhoe-Bakterien weltweit um mindestens 15 Prozent gestiegen, heisst es im aktuellen WHO-Bericht. Möglich sei, dass dies auch auf den häufigen Einsatz von Antibiotika im Rahmen der Corona-Pandemie zurückzuführen sei.

    127 Länder berichteten an die WHO-Datenbank. China gehört bislang nicht dazu. Man sei mit Peking im Gespräch, hiess es. In vielen ärmeren Ländern fehlten Labore und Diagnosemittel, so die WHO. So entstehe Druck auf Ärzte und Kliniken, ohne klare Diagnose die neuesten und stärksten Mittel einzusetzen, selbst, wenn das womöglich gar nicht nötig sei, sagte van Weezenbeek.

    Gerade in Krankenhäusern zirkulieren oft Bakterien, gegen die kaum ein Antibiotikum mehr wirkt. Von Antibiotika-Resistenz sprechen Experten, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heisst, wenn die krankmachenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden. Multiresistent werden Erreger genannt, gegen die gleich mehrere oder alle verfügbaren Antibiotika nicht mehr wirken.

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