Klimawandel

    Weltklimarat zeigt drastische Klimawandel-Folgen

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    Deutschland,

    Der Klimawandel ist längst da, die Folgen werden immer sichtbarer. Mit Anpassung sind die schlimmsten Folgen noch abzuwenden, sagt der Weltklimarat - aber nicht ohne tiefgreifende Umwälzungen.

    Der Meeresbiologe Hans-Otto Pörtner sagt, die Welt befinde sich im entscheidenden Jahrzehnt, um das Ruder beim Klimawandel noch herumzureissen. Foto: Georg Wendt/dpa
    Der Meeresbiologe Hans-Otto Pörtner sagt, die Welt befinde sich im entscheidenden Jahrzehnt, um das Ruder beim Klimawandel noch herumzureissen. Foto: Georg Wendt/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Weltklimarat berichtet heute über die drastischen Folgen des menschengemachten Klimawandels für Mensch und Natur.

    Die Welt befinde sich im entscheidenden Jahrzehnt, um das Ruder noch herumzureissen und die schlimmsten Folgen abzuwenden, sagte der Ko-Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe des Weltklimarats (IPCC), Meeresbiologe Hans-Otto Pörtner, vor der Veröffentlichung.

    «Es gibt nur einen begrenzten Zeitraum, in dem erfolgreiches Handeln auf den Weg gebracht werden kann», fügte er hinzu. Dazu sei ein massiver Rückgang des Treibhausgas-Ausstosses nötig, aber auch Anpassungen, um Gefahr für Leib und Leben so weit wie noch möglich abzuwenden.

    Argument: Minderung des Klimawandels ist billiger

    Der Bericht dürfte argumentieren, dass Anpassung und Minderung des Klimawandels die Welt deutlich billiger zu stehen kommen als die Folgen eines deutlichen Temperaturanstiegs.

    Der Bericht dürfte auch empfehlen, Naturräume wieder herzustellen und zu schützen. Nötig sind nach Überzeugung der Wissenschaft auch Umwälzungen des Lebenswandels: weniger Fleisch essen etwa, weil für das Weiden riesige Agrarflächen gebraucht werden. Dafür werden oft Wälder gerodet, die klimaschädliches CO2 aufnehmen könnten, oder Flächen genommen, auf denen Nahrungsmittel angebaut werden könnten.

    Klimawandel: Wende für Gebäude und Mobilität nötig

    Meteorologin und Mitautorin Daniela Jacob sprach vorab von einer nötigen Wärmewende im Gebäudesektor und einer Mobilitätswende: mehr klimaneutrales Fahrrad- statt Autofahren oder Zugfahren statt Fliegen. Der Mehrwert müsse deutlich gemacht werden, sagte sie: «Was heute gut ist für mich und meine Gesundheit, ist auch gut für das Klima. Eine klimaresilientere Welt ist auch die schönere Welt.»

    Der Bericht will deutlich machen, wie wichtig die Verzahnung von Klima- und Naturschutz ist. Unbedachte Klimaschutz-Massnahmen könnten den Schwund der Artenvielfalt beschleunigen. Monokulturen wie riesige Raps- oder Maisfelder zur Produktion von Biotreibstoff seien ein Beispiel.

    Der Weltklimarat (IPCC) in Genf wurde 1988 als UN-Gremium gegründet. Er legt zur Zeit den 6. Sachstandsbericht über die Klimaforschung vor. Dazu gehören drei Teile. Der erste, über die naturwissenschaftlichen Grundlagen, wurde im August 2021 veröffentlicht.

    Heute geht es im zweiten Teil um die Folgen und nötige Anpassungen. Der dritte Teil befasst sich mit den technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, um den Klimawandel zu mindern. Er wird im April erwartet.

    Laut Weltklimarat lag die globale Durchschnittstemperatur im Zeitraum 2010 bis 2019 durch die von Menschen verursachten Treibhausgase rund 1,1 Grad höher als in vorindustrieller Zeit (1850-1900). Allein seit dem 5. Sachstandsbericht 2014 ist sie um weitere 0,2 Grad gestiegen.

    Die Folgen sind heute in praktisch allen Teilen der Welt sichtbar: verheerende Waldbrände wie im Mittelmeerraum und im Westen der USA, Überschwemmungen wie in der Region Ahr und Erft im Juli 2021, Hitzewellen wie in Sibirien und andere Extremwetterereignisse.

    Laut Klimaabkommen streben die Länder der Welt an, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dieses Niveau dürfte laut Weltklimarat in den nächsten 20 Jahren erreicht oder überschritten werden. Deutlich höhere Erwärmung hätte nach Studien katastrophale Folgen.

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