Wahlen in Russland künftig elektronisch und per Brief möglich

    Keystone-SDA
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    Russland,

    Im grössten Land der Welt kann künftig per Brief oder elektronisch gewählt werden. Russland-Präsident Wladimir Putin genehmigte die Änderungen im Wahlgesetz.

    Russland Fahne
    Als Friedensbedingung verlangt Russland von der Ukraine die Verschrottung aller westlichen Waffen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Russland kann künftig elektronisch oder per Brief gewählt werden.
    • Mit ein Grund für die Anpassung ist auch die Coronavirus-Krise.

    In Russland kann künftig bei Wahlen landesweit elektronisch oder per Brief abgestimmt werden. Das sehen Änderungen des Wahlgesetzes vor, die Präsident Wladimir Putin nach Angaben des Kremls vom Samstag genehmigte.

    Statt auf einem Wahlzettel kann demnach das Kreuz zum Beispiel über eine bestimmte Software gesetzt werden. Dies solle sowohl bei Abstimmungen auf lokaler Ebene als auch bei landesweiten Urnengängen möglich sein. Dieses Verfahren könne ebenfalls bei Referenden angewendet werden, hiess es.

    In Moskau bereits viermal getestet

    Die Befürworter verweisen laut Staatsagentur Tass darauf, dass Wähler etwa in der Corona-Epidemie besser vor einer Ansteckung geschützt wären. wenn sie kein Wahllokal aufsuchen müssten. Die elektronische Abstimmung sei in der Hauptstadt Moskau bereits viermal getestet - und kein einziges Mal gehackt worden.

    Regionalwahlen in Russland
    Wähler halten ihre Stimmzettel in den Händen in einem Wahllokal. - dpa

    Kritiker befürchten dagegen, dass Wahlergebnisse damit leichter manipuliert werden könnten. Unabhängige Beobachter könnten zudem schwerer Wahlen auf Unregelmässigkeiten hin untersuchen. Diese Änderungen wurden in einer Zeit verabschiedet, in der wegen der Epidemie öffentliche Proteste nicht erlaubt sind.

    Unklar, ob bei Verfassungsänderung bereits angewendet

    Unklar ist, ob dieses Verfahren bereits bei der Abstimmung über die grösste Verfassungsänderung der russischen Geschichte angewendet wird. Sie sollte ursprünglich Mitte April sein, wurde aber wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben. In russischen Medien war zuletzt über den 24. Juni als neuen Termin spekuliert worden.

    Das neue Grundgesetz sichert Kremlchef Wladimir Putin deutlich mehr Machtbefugnisse zu. Und es ermöglicht ihm, noch bis 2036 im Amt zu bleiben, sollte er 2024 und 2030 erneut als Präsident kandidieren.

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