US-Experte: «Trump hätte den Deal schon vor 8 Monaten haben können»
Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte einigten sich in Davos auf einen Grönland-Deal. Gibt sich Trump nun zufrieden? Ein US-Experte ordnet ein.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump und Mark Rutte einigten sich nach einem Gespräch in Davos auf einen Deal.
- Ein US-Experte ordnet gegenüber Nau.ch ein, ob sich der US-Präsident nun zufrieden gibt.
- Laut dem Experten hätte Trump den Grönland-Deal schon vor acht Monaten haben können.
US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte haben sich auf ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland geeinigt. Das schrieb Trump am Mittwoch auf Truth Social.
Der Deal resultierte aus einem «produktiven Treffen» mit Rutte, so Trump weiter. In der Folge verkündete Trump, er würde die Zölle auf Europa, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen.
Im Gegenzug soll Trump die Berechtigung erhalten, seine Raketenabwehranlage «Golden Dome» in Grönland zu bauen. Zudem sollen die USA im Land Militärbasen übernehmen dürfen.
Auch ein Mittbestimmungsrecht über die Rohstoffe Grönlands soll den USA eingeräumt worden sein. Der letzte Aspekt des Deals soll die europäischen Nato-Partner zu einem stärkeren Engagement in der Arktis verpflichten. Das berichtet die «Welt» unter Berufung auf Nato-Kreise.
«Ein sehr guter Deal für alle»
Es sei ein «sehr guter Deal für alle, ein fantastischer für die USA», so Trump. Nau.ch hat bei US-Experte Reinhard Heinisch nachgefragt, ob sich Donald Trump nun zufrieden gibt.
«Zu Grönland wird er schon einverstanden sein, doch das ist keine Gewähr, dass er nicht etwas anderes findet», so Heinisch. Trumps Gegnerschaft gegen Europa sei persönlich, strukturell und ideologisch.
«Deal hätte er schon vor acht Monaten haben können»
Laut dem Politikwissenschaftler war der US-Präsident wohl überrascht von der Einigkeit der Europäer. Er sagt aber auch: «Den Deal jetzt hätte er schon vor acht Monaten oder spätestens beim Besuch der dänischen Regierungsspitze in Washington haben können.»
Ein wichtiger Aspekt des Deals ist das Mitspracherecht, wer in die Bodenschätze Grönlands investieren darf.

Heinisch ordnet dies vor allem bezüglich der Beziehungen der USA mit China als Erfolg ein: «Ich vermute, dass es auf den Ausschluss Chinas hinauslaufen wird. Russland hat ja selber viele Bodenschätze und einen eigenen Anteil an der Arktis.»
Annexions-Fantasien geschlichtet?
Mit dem neuen Deal scheinen Trumps Annexions-Fantasien geschlichtet zu sein – zumindest in Bezug auf Grönland. «Annexions-Fantasien gibt es wohl noch in Bezug auf Kanada oder natürlich Panama», sagt Heinisch.
Eine Kanada-Annexion wäre jedoch mehrere Nummern grösser als Grönland. Und ein «Non-Starter», also zum Scheitern verurteilt, so der österreichische Politikwissenschaftler.
Um Panama sei es seit langem ruhig geworden. «Da wurde am Vertrag nachgeschärft und auch dort gibt es anti-chinesische Klauseln. Etwa was den Kauf von Anteilen an der Kanalgesellschaft betrifft.»
Aber alles andere, so Heinisch, dürfte Marco Rubio dem Präsidenten ausgeredet haben. Überhaupt sei Rubio einer der mächtigsten Aussenminister seit Henry Kissinger.
Rubio führe vor allem die Lateinamerika-Politik. Während Vize JD Vance eher für Europa zuständig scheine und Trump bei seinen Aktionen noch bestärke.













