Umfrage: Viele britische Soldatinnen erleben Belästigung

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Rund 60 Prozent der britischen Soldatinnen oder Veteraninnen erlebten während ihrer Karriere Belästigung oder Mobbing. Das ergab eine Umfrage mit 4100 Befragen.

    Kenia
    Ein britischer Soldat soll eine Frau in Kenia getötet haben. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für einen Bericht zu Frauen im britischen Militär wurden über 4100 Soldatinnen befragt.
    • 60 Prozent von ihnen gaben an, Mobbing, Belästigung oder Diskriminierung erlebt zu haben.
    • Im Ausschussbericht wird das militärinterne Beschwerdesystem kritisiert.

    Etliche britische Soldatinnen sind einer Umfrage zufolge während ihrer Karriere im Militär bereits belästigt, diskriminiert oder gemobbt worden. Das geht aus einem Bericht zu Frauen in den Streitkräften hervor, den ein Unterausschuss des britischen Parlaments am Sonntag veröffentlichte. «Es ist noch immer eine Männerwelt», heisst es darin über das britische Militär.

    Internes Beschwerdesystem kritisiert

    Rund 60 Prozent der Soldatinnen oder Ex-Soldatinnen gaben an, während ihrer Karriere Mobbing, Belästigung oder Diskriminierung erlebt zu haben. Es wurden mehr als 4100 Personen befragt. Bei den Veteraninnen waren es 64 Prozent, bei den aktuell dienenden Soldatinnen 58 Prozent. Die Mehrheit war der Ansicht, dass das Militär nicht genug unternehme, um gegen diese Fälle vorzugehen.

    Der Ausschussbericht kritisiert zudem das militärinterne Beschwerdesystem: «Viel zu oft werden Beschwerden unter den Teppich gekehrt und es gibt keine angemessene Unterstützung», heisst es darin.

    Verhandlung von Vergewaltigungsfällen an Zivilgerichten gefordert

    Die Abgeordneten des Ausschusses rufen das Verteidigungsministerium dazu auf, Vergewaltigungsfälle im Militär an Zivilgerichten verhandeln zu lassen. Dies statt an internen Militärgerichten.

    Laut einer Auswertung lag der Anteil der Verurteilungen wegen Vergewaltigung bei Militärgerichten zwischen 2015 und 2019 nur bei 10 Prozent. An Zivilgerichten lag er hingegen bei knapp 60 Prozent. Diese Auswertung veröffentlichte die oppositionelle Labour-Partei vor kurzem und die «Financial Times» berichtete darüber.

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