Ukraine-Krieg – Warum Kiew Starlink und US-Daten braucht
Starlink-Internet und Aufklärungsdaten westlicher Verbündeter ermöglichen im Ukraine-Krieg Drohnenangriffe tief in Russland. Doch Kiew meldet Einschränkungen.

Im Krieg nutzt die ukrainische Armee seit Beginn das Satelliteninternet Starlink, wie der «Tagesspiegel» berichtet. Damit lenkt sie auch Drohnen im russischen Hinterland, deren Videobilder nahezu in Echtzeit übertragen werden.
Hinzu kommen Aufklärungsdaten westlicher Verbündeter, die auch Positionen der russischen Flugabwehr und mögliche Umgehungsrouten umfassen. Ohne diese Informationen wären Drohnenangriffe auf Raffinerien und Rüstungsfabriken tief in Russland nur schwer umsetzbar, heisst es weiter.
Die Betreiberfirma SpaceX habe in der Nacht auf Mittwoch ohne Ankündigung die Geschwindigkeit bewegter Starlink-Terminals begrenzt. Laut einem Bericht hätten Fluggeräte ab 160 Kilometern pro Stunde die Verbindung verloren, nach anderen Angaben schon früher.
Drosselung trifft Drohnen im Ukraine-Krieg
Die Streitkräfte hätten keine Vorwarnung erhalten, mehrere Missionen seien abgebrochen worden, schrieb Präsidentschaftsberater Serhij Beskrestnow laut «Handelsblatt» auf Telegram. Einige Einheiten hätten zudem gemeldet, Starlink funktioniere teils erst unterhalb von 72 Kilometern pro Stunde.
Elon Musk verweist darauf, dass die US-Regierung das militärische Netz Starshield besitze und kontrolliere. Alle Limits für Tempo oder Einsatz lege das US-Militär fest, letztlich der US-Präsident, erklärt Musk.
Die Starshield-Drosselung sei nach gut einem Tag aufgehoben worden, meldet das «Handelsblatt» unter Berufung auf ukrainische Medien. Das ukrainische Verteidigungsministerium prüfe die Gründe der Beschränkung weiter, eine offizielle Bestätigung stehe noch aus.
Selenskyj und Europa
Laut «ORF» erhielt die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt keine westlichen Geheimdienstinformationen zu ballistischen Raketenangriffen. Selenskyj sagt, die Drosselung von Starlink sei «kein technisches Problem, das war Absicht», US-Präsident Donald Trump bestritt das.

Im Ukraine-Krieg stammen laut dem französischen Aussenminister Jean-Noël Barrot inzwischen zwei Drittel der Geheimdienstinformationen aus Europa. Selenskyj räumt ein, der Verteidigungskampf wäre ohne die USA «sehr schwer», betont aber: «Wir werden einen Ausweg finden.»
Selenskyj kündigte an, die zeitweise ausgesetzten Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufzunehmen, wie das «Handelsblatt» meldet. EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas unterstützt das: Russland müsse unter Druck gesetzt werden, nicht die Ukraine.
















