Krieg

    Ukraine-Krieg: Russische Mega-Offensive gerät ins Stocken

    Melanie Thöne
    Melanie Thöne

    Ukraine,

    Die russische Blitz-Offensive zur Eroberung der Stadt Awdinjiwka im Ukraine-Krieg kommt schlecht voran. Ein Experte spricht von einem «zweiten Bachmut».

    explosion berichte Ukraine-Krieg
    Ein Gebäude im ukrainischen Awdijiwka brennt nach einem Luftangriff. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russland hat eine neue Grossoffensive im Osten der Ukraine gestartet.
    • Es wurden über 100 Panzer, Schützenpanzer und Militär-LKWs eingesetzt.
    • Doch die ukrainischen Soldaten konnten den Angriff erfolgreich abwehren.

    Am Donnerstag startete Russland im Ukraine-Krieg eine neue Grossoffensive im Osten der Ukraine. Das Ziel ist die Eroberung der Stadt Awdinjiwka. Hunderte dort stationierte ukrainische Soldaten wollte man einkesseln und so die Nachschublinien unterbrechen, die in die Stadt führen. Doch die Ukraine konnte ihre Stellungen weitgehend halten.

    Russland setzte bei dem Vorhaben auf eine Grosszahl an schweren Kriegswaffen. Mehr als 100 Panzer, Schützenpanzer und Militär-LKWs näherten sich von Süden und Osten den ukrainischen Verteidigungslinien. Zunächst gelang es zahlreichen Panzern, die erste ukrainische Verteidigungslinie zu durchbrechen. Allerdings riefen die Verteidiger sofortige Verstärkung.

    Russische Soldaten gerieten in Panik

    Die ukrainischen Verteidiger setzten effektive Massnahmen ein, um die russische Offensive zu stoppen. Drohnen geleitete Artillerie-Geschosse schlugen um die vorrückenden Panzerverbände ein, wodurch viele russische Waffensysteme zerstört oder ausser Betrieb gesetzt wurden. Die Verteidiger nutzten auch westliche Panzerabwehrwaffen im Nahkampf, um die Angreifer aufzuhalten. Die russischen Soldaten gerieten in Panik.

    Einige sprangen von ihren Fahrzeugen und gerieten unter die Ketten, wie «Bild» berichtet. Andere Soldaten feuerten mit ihren Gewehren auf die ukrainischen Stellungen. Auf dem weiten Gebiet waren sie jedoch selber ungeschützt. Einige Soldaten rannten über 100 Meter zurück zu den eigenen Linien.

    Am Ende des ersten Tages hatte Russland erhebliche Verluste zu verzeichnen, darunter 15 Kampfpanzer, 30 Schützenpanzer, sowie Lastwagen und Artilleriegeschütze. Schätzungen zufolge sind mehr als 200 Soldaten gestorben.

    «Ein zweites Bachmut» im Ukraine-Krieg

    Trotz dieser schweren Verluste entschied der Kreml, die Offensive fortzusetzen, nun aber mit einem anderen Ansatz. Awdinjiwka soll nun langsam durch den Einsatz von Artillerie und Bodentruppen erobert werden.

    Ein russischer Kriegsblogger schreibt laut der deutschen Zeitung beim Nachrichtendienst Telegram: «Es sollte mehrere Kilometer am Tag gehen und ein zweites Cherson werden. Stattdessen geht es jetzt Meter am Tag und wird ein zweites Bachmut».

    Glauben Sie, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen kann?

    Was diese gescheiterte Offensive zeigt: Russland will die im Herbst 2022 annektierten ukrainischen Gebiete um jeden Preis erobern. Die Kämpfe dauern noch an. Dennoch ist das Ausmass der Verluste schon jetzt mit der katastrophalen russischen Offensive bei Vuhledar im Januar 2023 vergleichbar.

    Awdinjiwka ist von strategischer und symbolischer Bedeutung im Ukraine-Krieg. Einst lebten hier 33’000 Einwohner. Ukrainischen Angaben zufolge harren noch etwa 1600 Menschen aus.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    explosion berichte Ukraine-Krieg
    5 Interaktionen
    ISW
    Awdijiwka
    5 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    6 Interaktionen
    Nacht im Überblick

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    387 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Frankfurt/Main
    Tessiner Polizei
    1 Interaktionen
    Biasca TI
    Cédric Wermuth
    18 Interaktionen
    Bern

    MEHR KRIEG

    Friedrich Merz
    66 Interaktionen
    Kiew
    12 Interaktionen
    Bern
    Euro Noten
    13 Interaktionen
    Im Euroraum
    Macron krieg
    19 Interaktionen
    Gerüchte

    MEHR AUS UKRAINE

    Präsident Selenskyj 2027
    78 Interaktionen
    Hilfe
    ukraine merz Selenskyj
    39 Interaktionen
    «Tempo»
    23 Interaktionen
    Kiew