Ukraine Krieg: Russen-Kommandanten fluchen über Putin

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Russland,

    Zwei russische Kommandanten beschweren sich in einem privaten Telefongespräch über die Kreml-Taktik im Ukraine-Krieg. Präsident Putin wird dabei übel beleidigt.

    Wladimir Putin Ukraine Krieg
    Russlands Präsident Wladimir Putin will das Donbass mit der Stadt Lyssytschansk erobern. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein angebliches Telefongespräch von zwei russischen Militärangehörigen sorgt für Aufsehen.
    • Inhalt: Putin wird als «Motherf*cker» bezeichnet, auch Schoigu wird scharf kritisiert.
    • Die Kommandanten werfen dem Kreml unter anderem vor, zu wenige Bomben abzuwerfen.

    Maxim Wlasow und Witalij Kowtun sind offenbar alles andere als zufrieden mit der Strategie des Kremls im Ukraine-Krieg. In einer geleakten privaten Unterhaltung motzen die beiden Kommandanten der russischen Armee am Telefon unter anderem über Wladimir Putin.

    Das Gespräch soll von ukrainischen Geheimdiensten abgehört worden sein. Der US-Sender für Osteuropa, «Radio Svoboda», hat die Aufnahmen schliesslich veröffentlicht. Die Kommandanten wirken gefrustet – es fallen wüste Begriffe. Putin wird gar als «Motherf*cker» bezeichnet.

    ukraine
    Ukraine: Russische Soldaten im Ukraine-Krieg in Mariupol. - Keystone

    Konkret werfen sie dem Präsidenten beispielsweise vor, keine Rakete auf das ukrainische Parlament in Kiew abgefeuert zu haben: «Warum eigentlich nicht? Einschlag in Kiew, Einschlag im Stadtzentrum, in den Gebäuden der Obersten Rada und im Regierungsgebäude.» Auch wenn niemand Wichtiges da gewesen wäre, man hätte den Kommandanten zufolge die Gebäude zerstören sollen.

    Nicht nur Putin, auch Verteidigungsminister Sergei Schoigu bekommt sein Fett weg. Wlasow und Kowtun werfen ihm Inkompetenz in militärischen Belangen vor. Er sei lediglich ein «Showman» und mitunter verantwortlich für die Probleme bei der Rekrutierung von Soldaten.

    Kommandanten wollen im Ukraine-Krieg Angst verbreiten

    Was die weitere Strategie Russlands im Ukraine-Krieg angeht, äussern die beiden Militärangehörigen klare Vorschläge: «Braucht die Bomben, es gibt genug, werft sie einfach!» Selbst wenn man falsche Ziele treffe, würde man immerhin Angst verbreiten. Bahnhöfe, Eisenbahnen oder Strassen sollen ins Visier genommen werden, fordern Wlasow und Kowtun.

    Ein weiterer Punkt, den die beiden diskutieren, ist die Tatsache, dass Russland im Krieg grosse Verluste erleide. Auch wenn im Land nicht oder kaum darüber gesprochen wird.

    «Moskwa» ukraine krieg
    Das russische Kriegsschiff Moskwa ist im Ukraine-Krieg getroffen worden. - dpa

    Unklar ist, von wann die Aufnahmen stammen. Da zum Angriff auf das Flaggschiff Moskwa Bezug genommen wird, sind sie sicherlich nach dem 14. April entstanden.

    Glauben Sie an ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs?

    Über die Konsequenzen ihres Shitstorms gegen den Kreml machen sich Kowtun und Wlasow offenbar keine Gedanken.

    Kowtun sagt gegenüber «Radio Svoboda», welches ihm die Aufnahmen vorlegte: «Es ist mir egal, ich melde euch dem FSB, und das war es.» Wlasow wollte sich überhaupt nicht dazu äussern.

    Weiterlesen

    Ukraine Krieg sVP
    47 Interaktionen
    Wieder Berater weg!
    Sjewjerodonezk
    1 Interaktionen
    Von Sjewjerodonezk
    Ukraine-Krieg
    1'963 Interaktionen
    Ostukraine

    MEHR IN NEWS

    Huthi-Miliz
    New York
    Nestlé Russland
    Nach Zwangsverwaltung
    Alaska Fat Bear Week
    «Fat Bear»-Wettbewerb

    MEHR UKRAINE KRIEG

    Robert Fico slowakischer Ministerpräsident
    74 Interaktionen
    Bratislava
    Trump
    84 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Russland Aussenminister Sergej Lawrow
    68 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    trump
    37 Interaktionen
    Washington

    MEHR AUS RUSSLAND

    Nikolai Rybakow Jabloko
    5 Interaktionen
    Nischni Nowgorod
    18 Interaktionen
    Moskau
    23 Interaktionen
    Moskau
    Russland Moskau
    157 Interaktionen
    Kriegsparlament