Es gäbe nichts Zynischeres, als die Behauptung der Putin-Anhänger, dass Russland bereit sei für Verhandlungen, so der ukrainische Aussenminister Kuleba.
Dmytro Kuleba
Dmytro Kuleba - POOL/AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Altkanzler Gerhard Schröder ist Russland bereit zu Friedensverhandlungen.
  • Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba schenkt dem keinen Glauben.
  • Er verwies auf dem starken Artilleriebeschuss und Raketenangriffe gegen Zivilobjekte.

Die ukrainische Führung hält Aussagen des deutschen Altkanzlers Gerhard Schröder für unglaubwürdig, wonach Kremlchef Wladimir Putin zu Friedensverhandlungen bereit sei. «Es gibt nichts Zynischeres als die Behauptungen der Putin-Anhänger, dass Russland bereit ist zu Verhandlungen», schrieb Aussenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch auf seinem Twitter-Kanal. Die täglichen Beschüsse ukrainischen Territoriums sagten etwas anderes aus.

Der ukrainische Chefdiplomat verwies auf starken Artilleriebeschuss sowie Raketenangriffe gegen Zivilobjekte. Zudem beschuldigte er das russische Militär einmal mehr schwerer Kriegsverbrechen. «Russland bleibt auf den Krieg konzentriert - alles andere ist eine Nebelwolke», fügte Kuleba hinzu.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Mittwoch, dass Russland durchaus bereit sei zu einer diplomatischen Beilegung des «Problems» - allerdings nur zu russischen Bedingungen.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar gab es kurzfristig Bemühungen um eine diplomatische Lösung. Die letzte Verhandlungsrunde fand Ende März in Istanbul statt. Dabei kam es zu einer Annäherung, doch es gab anschliessend kein weiteres Treffen mehr. Die letzten Telefongespräche zwischen den Unterhändlern wurden im Mai gemeldet. Beide Seiten setzen offenbar darauf, zuvor mit militärischen Mitteln, ihre Verhandlungsposition zu verbessern.

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