Tod

    Tod von Julen (†2): Bewährungsstrafe für Finca-Besitzer

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Spanien,

    Ein Jahr nach dem Drama um den kleinen Julen (†2), der nahe Málaga in ein winziges Bohrloch stürzte, wurde der Finca-Besitzer nun für schuldig erklärt.

    Der Ort der Tragödie in Südspanien. Der Bub war Mitte Januar 2019 in das enge Bohrloch gestürzt. Erst nach knapp zwei Wochen konnte er mittels eines mühsam gegrabenen Parallelschachts in 70 Metern Tiefe tot geborgen werden.  (Archivbild)
    Der Ort der Tragödie in Südspanien. Der Bub war Mitte Januar 2019 in das enge Bohrloch gestürzt. Erst nach knapp zwei Wochen konnte er mittels eines mühsam gegrabenen Parallelschachts in 70 Metern Tiefe tot geborgen werden. (Archivbild) - sda - Keystone/EPA EFE/DANIEL PEREZ

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor einem Jahr starb der zweijährige Junge Julen, der in ein Bohrloch nahe Málaga fiel.
    • Der Finca-Besitzer, auf dessen Grundstück das Unglück passierte, wurde nun verurteilt.
    • Er wurde zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und Schadenersatz verurteilt.

    Die juristische Aufarbeitung der Tragödie um den in einem südspanischen Brunnenschacht gestorbenen zweijährigen Julen ist abgeschlossen. Der einzige Angeklagte in dem Fall - der Finca-Besitzer, auf dessen Grundstück das Unglück im Januar 2019 passierte - ist am Dienstag zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden.

    Finca-Besitzer hatte illegal nach Wasser gesucht

    Das zuständige Gericht in Málaga bestätigte damit eine aussergerichtliche Einigung, die die Anwälte des Mannes am Montag mit der Nebenklage erreicht hatten, die die Eltern Julens vertrat.

    Parents of Julen testify at a court
    Die Eltern des verstorbenen Julen. - Keystone

    Ursprünglich sollte am Dienstag der Prozess wegen fahrlässiger Tötung starten. Dem Finca-Besitzer wurde vorgeworfen, das illegal auf der Suche nach Wasser gebohrte Loch, in das Julen gestürzt war, nicht gesichert und somit höchst fahrlässig gehandelt zu haben. Etwa 50 Zeugen sollten vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft wollte drei Jahre Haft fordern. In letzter Minute kam es aber zu dem Vergleich.

    Verurteilter entschuldigt sich bei den Eltern

    Neben der Bewährungsstrafe muss der Verurteilte 89'500 Euro an jedes Elternteil zahlen und die Regionalregierung von Andalusien mit rund 663'000 Euro für die aufwendigen Rettungsarbeiten entschädigen, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Am Ende der Sitzung habe sich der Angeklagte bei den Eltern entschuldigt: «Ich wollte zu keinem Zeitpunkt, dass dem Kind etwas passiert.»

    Julen
    Kerzen zur Erinnerung an Julen in Málaga. - AFP

    Der Bub war Mitte Januar 2019 in das enge Bohrloch gestürzt. Erst nach knapp zwei Wochen konnte er mittels eines mühsam gegrabenen Parallelschachts in 70 Metern Tiefe geborgen werden. Die Autopsie ergab, dass Julen schon kurz nach dem Sturz gestorben war.

    Ohne Erlaubnis ausgehobene Brunnenlöcher sind in Spanien keine Seltenheit: Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei mitgeteilt, bei Inspektionen innerhalb von fünf Monaten mehr als 1400 illegale Schächte entdeckt zu haben. Gegen 107 Verdächtige werde ermittelt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Rettung
    9 Interaktionen
    Drama in Indien

    MEHR IN NEWS

    1 Interaktionen
    Küsnacht ZH
    fsb
    1 Interaktionen
    Moskau

    MEHR TOD

    Hayden Panettiere
    1 Interaktionen
    Greenville
    Wolodymyr Selenskyj
    Kiew/Moskau
    Buchautorin, Team-Coach und Leadership-Trainerin Julia Kalenberg.
    6 Interaktionen
    Julia Kalenberg

    MEHR AUS SPANIEN

    Zug Kollision
    2 Interaktionen
    Madrid
    2 Interaktionen
    Madrid
    Zug Kollision
    Zugunglück in Spanien