Taurus-Leak? In Deutschland Diskussion um Geheimhaltung entbrannt

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    In einer Sondersitzung in Deutschland zur möglichen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine gab es möglicherweise einen Geheimnisverrat.

    bärbel bas, taurus
    Die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) stellt die Umstände für Vertraulichkeit bei einer Sondersitzung zur möglichen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern in Frage. - keystone

    «Wenn ich höre, dass an der besagten Sitzung 105 Leute teilgenommen haben, dann kann ich mich nur darüber wundern, dass die Vorsitzende dies zugelassen hat», sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas der Zeitung «Welt» nach Angaben vom Montag. Ihr sei nicht begreiflich, wie unter diesen Umständen Vertraulichkeit gewahrt werden könne.

    In einem Gespräch mit den Vorsitzenden aller sicherheitsrelevanten Ausschüsse sei im Oktober vereinbart worden, bei Sitzungen mit geheimen Informationen den Kreis der Teilnehmer so klein wie möglich zu halten, sagte Bas. «Noch in dieser Woche werden wir erneut mit allen Vorsitzenden der sicherheitsrelevanten Ausschüsse zusammenkommen. Ich erwarte, dass alle Ausschussvorsitzenden dann das Gespräch darüber fortsetzen, und erwarte einen detaillierten Bericht.»

    Möglicherweise Verrat von technischen Details

    In der Sondersitzung des Verteidigungsausschusses zur möglichen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine am vergangenen Montag hatte es möglicherweise einen Geheimnisverrat gegeben. Konkret geht es um technische Details zur Zieldatenplanung im geheimen Teil der Sitzung von Generalinspekteur Carsten Breuer.

    Wie t-online unter Berufung auf eine «mit dem Vorgang vertraute Person» berichtete, erläuterte Breuer in der Sitzung das technische und operative Verfahren zur Zielsteuerung. Es gehe um hohe und komplexe Datenmengen, die offenbar von speziellen technischen Systemen aufbereitet werden müssen.

    Anzeige gegen unbekannt gefordert

    Diese technischen Anlagen allerdings gebe es demnach nur in begrenztem Masse, sagte Breuer demnach. Würden diese an die Ukraine mitgeliefert, stünden sie der Bundeswehr nicht mehr zur Verfügung, könnten also die eigene Verteidigungsfähigkeit nachhaltig schwächen.

    Wegen des möglichen Geheimnisverrats hatte Strack-Zimmermann die Bundestagspräsidentin aufgefordert, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Laut «Rheinischer Post» sollen gut 100 Menschen anwesend gewesen sein – «darunter zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung und der Landesvertretungen». Der Verteidigungsausschuss hat regulär 38 Mitglieder, hinzu kommen genauso viele stellvertretende Mitglieder.

    Kommentare

    Weiterlesen

    selenski siegesplan
    12 Interaktionen
    Trotz Taurus-Nein
    Weiterbildung
    9 Interaktionen
    Weiterbildung

    MEHR IN NEWS

    Helikopter Sorgerecht
    Sorgerechts-Drama
    1 Interaktionen
    Basel-Stadt
    FCB
    Bebbi-Legende
    Kanton Zürich
    Kanton Zürich

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Bundesliga
    Lustrinelli punktet
    Teehaus
    4 Interaktionen
    Berchtesgaden
    itten
    5 Interaktionen
    Lob für Itten
    eberl
    15 Interaktionen
    Nach Zusammenbruch