Tate Brüder in Rumänien erneut angeklagt
Gegen Andrew und Tristan Tate liegt in Rumänien eine neue Anklage vor. Ihnen werden unter anderem Menschenhandel, Geldwäsche und weitere Straftaten vorgeworfen.

Die rumänische Staatsanwaltschaft hat gegen Andrew und Tristan Tate eine neue Anklageschrift bei einem Gericht in Bukarest eingereicht. Damit startet nach dem Scheitern der ersten Anklage ein neuer Versuch, die Brüder in Rumänien vor Gericht zu bringen.
Laut «SRF» stehen die Tate-Brüder bereits seit Dezember 2022 in Rumänien unter strafrechtlicher Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Frauen mit vorgetäuschten Beziehungen angeworben und anschliessend ausgebeutet zu haben.
Die Brüder bestreiten sämtliche Vorwürfe und wollen mögliche Fehler innerhalb des weiteren Gerichtsverfahrens anfechten. Andrew und Tristan Tate befinden sich derzeit in den USA, wo über ihre mögliche Auslieferung nach Grossbritannien entschieden wird.
Tate-Anklage nennt konkrete Vorwürfe
Laut «Spiegel» richtet sich die neue Anklage unter anderem gegen die mutmassliche Ausbeutung zweier minderjähriger Mädchen. Den Brüdern wird ausserdem vorgeworfen, Frauen zur Mitwirkung an sexuellen Onlineangeboten gezwungen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft beziffert den mutmasslichen Gewinn aus der Ausbeutung einer Minderjährigen auf rund 1,2 Millionen US-Dollar (ca. 972'000 Franken). Sie beantragt deshalb die Beschlagnahmung dieser Summe sowie von vier Luxusautos, die damit verbunden sein sollen.
Zusätzlich geht es um den Vorwurf, Zeugen durch Geldangebote und anderen Druck beeinflussen zu wollen. Aus früheren Ermittlungen stammen zudem Angaben zu 34 mutmasslichen Opfern und einem Gewinn von mindestens 2,8 Millionen US-Dollar.
Verfahren gegen Tate-Brüder bleibt offen
«WEB.DE» berichtet, dass die Brüder nach ihrer Festnahme Ende 2022 zunächst in Untersuchungshaft und später unter Hausarrest standen. Anschliessend durften sie Rumänien unter bestimmten Auflagen nicht verlassen und erhielten später weitere Reisegenehmigungen.
Die erste Anklage wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern zurückgewiesen und zur Überarbeitung an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. Im April 2026 wurden schliesslich sämtliche rumänischen Kontrollmassnahmen gegen die Brüder aufgehoben.

Trotz der neuen Anklage befinden sich beide derzeit in den USA, während das britische Auslieferungsverfahren weiterläuft. In Rumänien wird die neue Anklageschrift zunächst auf ihre rechtliche Grundlage geprüft, bevor ein möglicher Prozess beginnen kann.












