Studie: 1,8 Billionen nötig für annähernde Klimaneutralität

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    Deutschland,

    Investitionen von mehr als 1,8 Billionen Euro sind einer Studie zufolge notwendig, um Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 zu verringern.

    Windpark
    Blick über einen Windpark in Brandenburg. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die aufs Jahr umgelegten Kosten hätten mit Blick auf die 95 Prozent einen jährlichen Anteil von 2,8 Prozent am Brutto-Inlandsprodukt - ein aus Forschersicht verträgliches Niveau.

    Kostentreiber seien dabei besonders die Entwicklung und der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe, wie aus der Analyse des Forschungszentrums Jülich hervorgeht, die die Forscher in Berlin vorstellten. Dafür berechneten sie die Bedingungen für zwei verschiedene Szenarien, bei denen der Treibhausgasausstoss innerhalb der nächsten 30 Jahre um 80 beziehungsweise um 95 Prozent reduziert werden sollen.

    Die aufs Jahr umgelegten Kosten hätten mit Blick auf die 95 Prozent einen jährlichen Anteil von 2,8 Prozent am Brutto-Inlandsprodukt - ein aus Forschersicht verträgliches Niveau.

    Als wichtigen Energieträger für das Erreichen der Ziele betont die Studie Wasserstoff, der als Grundstoff etwa für synthetische Kraftstoffe notwendig ist. Weil dieser über elektrische Verfahren gewonnen wird, wächst der Strombedarf vor allem in der Industrie laut Studie in beiden Szenarien enorm. Für den 95-Prozent-Weg schätzen die Autoren den Bedarf insgesamt auf 1008 Terawattstunden im Jahr 2050. Das entspreche einem Anstieg von mehr als 80 Prozent gemessen am heutigen Stromverbrauch.

    Dafür brauche es im Jahr 2050 eine Kraftwerkskapazität von 471 Gigawatt (GW). «Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren rund 118 GW erneuerbare Stromerzeugungskapazität installiert.» Folglich müssten jährlich im Schnitt rund 11,5 Gigawatt installiert werden. Bislang sei in den Jahren 1995 bis 2017 ein durchschnittlicher Zubau von 8 GW pro Jahr realisiert worden.

    Die Forscher betonen, dass das 95-Prozent-Ziel nicht erreicht werden kann, wenn Politik und Wirtschaft nur Massnahmen mit Blick auf das 80-Prozent-Szenario ergreifen. Dafür käme nach wie vor ein grosser Anteil Erdgas als Energieträger in Frage, sagte Studien-Co-Autor Detlef Stolten. Das wäre mit dem 95-Prozent-Szenario nicht vereinbar.

    Tatsächlich hat die Bundesregierung angekündigt, bis 2050 in Deutschland zu 100 Prozent klimaneutral sein zu wollen. Dabei will sie auch auf CO2-Speicher setzen, um den geringen Teil an Treibhausgasemissionen aufzufangen, der sich nicht verhindern lässt.

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