Strafanzeige gegen Myanmars Militärjunta in Deutschland

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    Die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights und 16 Beschwerdeführer aus Myanmar haben in Deutschland Strafanzeige gegen Mitglieder der Militärjunta gestellt.

    Myanmar Germany Justice
    Matthew Smith, Mitbegründer und Geschäftsführer von Fortify Rights, spricht während einer Pressekonferenz in Bangkok, Thailand, am Dienstag, 24. Januar 2023, mit Reportern. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Gruppe will, dass die für den Militärputsch verantwortlichen Generäle bestraft werden.
    • Dies, wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Eine Menschenrechtsorganisation und 16 Beschwerdeführer aus Myanmar haben in Deutschland Strafanzeige gegen Mitglieder der Militärregierung des südostasiatischen Krisenlandes gestellt. Die Gruppe will erreichen, dass die Generäle im Zuge ihres Putsches vom 1. Februar 2021 wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestraft werden.

    Die in Südostasien tätige Organisation Fortify Rights begründete den Schritt am Dienstag in einer Mitteilung mit dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit bei schweren Verbrechen. «Das Militär von Myanmar geniesst immer noch völlige Straffreiheit, und das muss ein Ende haben. Diese Verbrechen können nicht ungesühnt bleiben», sagte Matthew Smith, Geschäftsführer von Fortify Rights.

    Das im deutschen Recht verankerte Weltrechtsprinzip sei ein globales Modell zur Bekämpfung der Straflosigkeit bei den schlimmsten Verbrechen, «unabhängig davon, wo die Verbrechen begangen werden oder wo sich die Überlebenden aufhalten».

    Militärjunta unterdrückt jeden Widerstand mit eiserner Faust

    Seit dem Putsch, der sich in der kommenden Woche zum zweiten Mal jährt, versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt. Die Junta unterdrückt jeden Widerstand mit eiserner Faust. Immer wieder gibt es Berichte über brutale Angriffe und schwere Folter. Die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi (77) wurde vor Gericht gestellt und zu insgesamt mehr als 30 Jahren Haft verurteilt.

    Bei dem Strafantrag geht es auch um die blutigen Attacken in dem mehrheitlich buddhistischen Land gegen die muslimische Minderheit der Rohingya. Seit Beginn der Militäroffensive im August 2017 flohen Hunderttausende Rohingya über die Grenze nach Bangladesch.

    «Die 215-seitige Anzeige und mehr als 1000 Seiten Anhänge liefern Beweise, um die Bundesanwaltschaft bei der Untersuchung und Verfolgung der Verantwortlichen des Rohingya-Völkermords sowie der Gräueltaten im Zusammenhang mit dem (...) Staatsstreich der Militärjunta zu unterstützen», so Fortify Rights weiter. Bereits im vergangenen Jahr hatten Menschenrechtler in der türkischen Hauptstadt Istanbul Strafanzeige gegen Mitglieder der Junta gestellt.

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