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    Stadt in Türkei erhöht Preise für Ausländer

    Keystone-SDA
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    Türkei,

    Ein Bürgermeister in der Türkei macht mit extra Preisen für Ausländer bei Wasser oder Hochzeiten von sich Reden. Er will nur Einheimische in seiner Stadt.

    Wasser Venus
    Menschen ohne türkischen Pass müssen im nordtürkischen Bolu nun den zehnfachen Preis für Wasser bezahlen. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine türkische Stadt sorgt derzeit mit eigenen Tarifen für Ausländer für Diskussionen.
    • Ausländer im nordtürkischen Bolu zahlen zum Beispiel zehnmal mehr für Wasser.
    • Das nationale Justizministerium kritisiert die Neuregelung scharf.

    Menschen ohne türkischen Pass müssen im nordtürkischen Bolu nun den zehnfachen Preis für Wasser und deutlich mehr als türkische Staatsbürger für zivile Trauungen zahlen, berichtete der staatliche Sender TRT am Dienstag.

    Justizminister Abdulhamit Gül reagierte via Twitter und warf dem Bürgermeister der Stadt, Tanju Özcan, Rassismus vor. Jeder habe gleichen Anspruch auf öffentliche Dienstleistungen, schrieb Gül.

    Keine Ausländer erwünscht

    Die Regelung geht nach Angaben von TRT auf einen Vorschlag des Bürgermeisters zurück, dem der Stadtrat zugestimmt habe. «Wir wollen nicht, dass Ausländer hier heiraten, Kinder kriegen und sich in Bolu niederlassen», sagte Özcan zuletzt.

    Auch der Politiker der prokurdischen Partei HDP, Ömer Faruk Gergerlioglu, warf Özcan Rassismus und Diskriminierung vor und forderte Özcans Partei, die kemalistische CHP, auf, ihn auszuschliessen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Özcan wegen Amtsmissbrauchs, sowie wegen Hass und Diskriminierung, berichtete TRT. Auch in der CHP laufe ein Disziplinarverfahren gegen Özcan, hiess es von einem Sprecher der Partei.

    Heiraten und Grundbedarf fast unbezahlbar

    Die zivile Trauung etwa kostet Ausländer TRT zufolge in Bolu nun 100 000 türkische Lira - mehr als 7300 Euro. Für türkische Staatsbürger beginnen die Preise bei etwa 500 Lira (knapp 40 Euro). Die Regelung für erhöhte Wasserpreise gelte laut Özcan nicht für Flüchtlinge, sondern nur für Ausländer, die eine Niedererlassungserlaubnis in Bolu hätten. Özcan hat in der Vergangenheit bereits mehrmals für heftige Kontroversen gesorgt. Kurz nach seiner Wahl 2019 verkündete er etwa, Hilfszahlungen für Flüchtlinge einzustellen.

    In der Türkei leben rund 3,7 Millionen Menschen mit syrischen Wurzeln - hinzu kommen Hunderttausende andere Migranten. In der Provinz Bolu leben vergleichsweise wenige Syrer. Von mehr als 300 000 Einwohnern sind knapp 4400 Syrer - etwa 1,4 Prozent der Bevölkerung.

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