Solingen gedenkt der Opfer des rassistischen Brandanschlags von 1993

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Deutschland,

    Am 29. Mai 1993 ermordeten Rechtsextreme in Solingen (D) fünf Frauen und Mädchen, indem sie ein Wohnhaus in Brand setzten. Heute gedenkt die Stadt der Opfer.

    Solingen Brandanschlag 1993
    1993 setzten Rechtsextreme das Haus der Familie Genc in Brand und töteten fünf Frauen und Mädchen. (Archivbild) - Keystone

    Vor genau 32 Jahren wurden in Solingen fünf Menschen aus der Familie Genç Opfer eines Brandanschlags. Täter waren vier junge Deutsche, die grösstenteils zur rechten Skinhead-Szene gehörten.

    Zwei Frauen und drei Mädchen kamen dabei ums Leben. Vierzehn weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

    Der Anschlag markierte einen der Höhepunkte rassistischer Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten in Deutschland in den 1990er Jahren. Solingen steht damit in einer Reihe mit Städten wie Rostock, Mölln und Hoyerswerda.

    Breites Bündnis gedenkt Opfern

    Solingen und zahlreiche Initiativen gedenken Gürsün Ince (†27), Gülüstan Öztürk (†12) sowie Hatice (†18), Hülya (†9) und Saime Genç (†7). Die diesjährige Gedenkveranstaltung findet am Mahnmal beim Mildred-Scheel-Berufskolleg statt, so das «Solinger Tageblatt».

    Das Programm umfasst Ansprachen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach, dem Botschafter Gökhan Turan und Stadtdechant Michael Mohr, wie «NRWeltoffen-Solingen» informiert.

    Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs gestalten den Gedenkakt aktiv mit, anschliessend folgen Gebet und Koranrezitation durch Imam Ali Reza Öztürk.

    Solingen als Mahnmal gegen Rassismus

    Der Anschlag war Teil einer Reihe rassistisch motivierter Gewalttaten, zu denen auch die Angriffe in Rostock-Lichtenhagen und Mölln zählen. Hunderte beteiligten sich damals aktiv an Übergriffen, Tausende schauten zu.

    Hast du eigene Erinnerungen an die rassistischen Brandanschläge der 90er-Jahre in Deutschland?

    Die Bilder prägten das Bild Deutschlands in den 1990er Jahren nachhaltig. Heute bleibt Rassismus eine reale Bedrohung, wie die «Kurdische Gemeinde» betont.

    Seit 2015 nehmen Angriffe auf Geflüchtete, Brandanschläge und antisemitische Übergriffe in Deutschland wieder zu. Die Gedenkveranstaltungen in Solingen und anderen Städten mahnen, wachsam zu bleiben.

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