Paléo stärkt Standort Nyon weit über die Festivalwoche hinaus
Das Musikfestival Paléo im waadtländischen Nyon ist seit einem Vierteljahrhundert ausverkauft. Die als gemeinnütziger Verein organisierte Veranstaltung ist so gross wie ein mittelständisches Unternehmen. Es hat sich längst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region entwickelt.

Jährlich verkauft das sechstägige Festival – das grösste in der Schweiz – mehr als 230'000 Tickets zu Durchschnittspreisen zwischen 70 und 90 Franken. Hinter dem Event stehen rund 5400 freiwillige Helferinnen und Helfer, 58 Festangestellte, 18 temporäre Stellen sowie 35 befristete Arbeitsverhältnisse.
«Unser Modell basiert auf einer vorsichtigen Finanzpolitik. Wir müssen keine Aktionäre bedienen und verfolgen keine Gewinnmaximierung. Gleichzeitig brauchen wir steigende Einnahmen, um Rücklagen zu bilden und aussergewöhnliche Ereignisse abfedern zu können», sagt Christophe Pilet, Finanz- und Personalchef des Paléo-Festivals, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Das Geschäftsmodell hängt in hohem Masse von der Auslastung ab. «Wir benötigen eine Auslastung von 95 Prozent, um kostendeckend zu arbeiten – das ist im Vergleich zu anderen Geschäftsmodellen aussergewöhnlich. Tatsächlich waren wir in den vergangenen 25 Jahren jedes Jahr vollständig ausverkauft», so Pilet.
Die Inflation belastet das Festival. «Wir stehen unter erheblichem Kostendruck – bei Sicherheit, Infrastruktur und Umweltauflagen. Gleichzeitig wollen wir diese Mehrkosten nicht vollständig an unser Publikum weitergeben», sagte Pilet weiter. Für Kinder bleibt der Eintritt deshalb weiterhin kostenlos.
Rund die Hälfte des Umsatzes stammt aus dem Ticketverkauf. Die übrigen Erlöse kommen aus Gastronomie, Sponsoring und weiteren Nebeneinnahmen. Der zuletzt ausgewiesene Jahresumsatz belief sich auf 34 Millionen Franken.
Wie Nyons Stadtpräsident Olivier Riesen betont, erhält das Festival weder von der Stadt Nyon noch vom Kanton Waadt direkte finanzielle Unterstützung. «Die Stadt leistet jedoch umfangreiche technische und logistische Unterstützung, damit die Veranstaltung reibungslos durchgeführt werden kann», sagt er.
Einer Studie der Region Nyon aus dem Jahr 2017 zufolge beliefen sich die wirtschaftlichen Effekte des Festivals auf rund 41 Millionen Franken. «Heute liegen die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen noch höher», fügt Pilet hinzu.










