Der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky hat sich angesichts der aktuellen Korruptionsvorwürfe kritisch zur politischen Lage in seiner Heimat geäussert. «Der Bogen ist eindeutig überspannt», sagte Ruzowitzky der «Süddeutschen Zeitung» (Wochenende) mit Blick auf den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz und sein Umfeld. «Man kann Kurz und seiner Partei nur wünschen, das selbst möglichst bald zu erkennen und Konsequenzen zu ziehen.»
Kurz FPÖ
Sebastian Kurz trifft sich mit dem Schweizer Aussenminister in Wien. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf die Frage, ob die heutige Lage im seit Jahren an Skandale gewöhnten Österreich eine andere Qualität habe, sagte der Filmemacher: «Ja, es gibt eine neue Art von Professionalität, machterhaltende Massnahmen durchzuziehen, Einfluss auf die Presse und die Justiz zu bekommen.

Das ist beängstigend.«

Ruzowitzky (59) gewann 2008 in Hollywood mit dem Anti-Nazi-Drama «Die Fälscher» einen Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Sein aktueller Film «Hinterland» bekam beim Festival in Locarno den Publikumspreis.

In Österreich haben Korruptionsermittlungen gegen Kanzler Kurz und seinen engsten Kreis eine Regierungskrise ausgelöst. Die Grünen als Koalitionspartner der konservativen ÖVP halten den Regierungschef inzwischen für kaum mehr tragbar.

Mehr zum Thema:

Sebastian Kurz Regierungschef Hollywood