Orban stoppt ab Juli Gasdurchleitungen in die Ukraine

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Ungarn,

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban stellt die Durchleitung von Erdgas durch sein Land in die Ukraine ab Juli ein. Eine diesbezügliche Verordnung erschien in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt.

    Orban
    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban. - keystone

    Der Rechtspopulist will damit nach eigenen Angaben den Druck auf das von Russland angegriffene Nachbarland erhöhen, die durch einen russischen Angriff beschädigte Erdölleitung Druschba schneller wieder in Betrieb zu nehmen. «Solange die Ukraine uns kein Öl gibt, solange bekommt sie aus Ungarn kein Gas», hatte Orban am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite angekündigt.

    Die Blockade der Gasdurchleitungen in die Ukraine wirft Experten zufolge schwerwiegende juristische und europarechtliche Fragen auf. Der Gashandel liegt nämlich in den Händen von privaten Firmen – darunter Unternehmen, die mit dem Energieträger handeln und solche, die den Transport durch Röhren bewerkstelligen. In Ungarn ist dies der Pipeline-Betreiber FGSZ, eine Tochter des Mineralölkonzerns MOL.

    Die Händler erwerben bei den Pipeline-Betreibern Kapazitäten für die Durchleitung, die diese bei Auktionen vergeben. Orbans Verordnung untersagt es nun dem ungarischen Betreiber FGSZ, ab Juli Kapazitäten für die Durchleitung zu den Übertrittspunkten in die Ukraine anzubieten. Die Kapazitäten für das zweite Quartal (April bis Juni) hat das Unternehmen bereits verkauft. Ein Eingriff in diese Verträge hätte für die Regierung enorme Schadenersatzforderungen nach sich gezogen.

    Die Ukraine hat im vergangenen Jahr nach Angaben des staatlichen Gasnetzbetreibers rund 44 Prozent seiner Gasimporte über Ungarn erhalten. Weitere wichtige Transitländer für den ukrainischen Gasimport sind Polen und die Slowakei. Orbans Verordnung kann im Prinzip jederzeit zurückgenommen werden.

    Der Ungar steht am 12. April vor einer Parlamentswahl, die er verlieren könnte. In den vergangenen Wochen heizte er Konflikte mit der Ukraine an, um daraus Wahlkampfmunition zu schöpfen. Zuletzt blockierte er in der EU einen für die Ukraine lebenswichtigen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro (rund 82 Milliarden Franken). Der Rechtspopulist gilt zugleich als wichtigster Verbündeter Russlands in der EU.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1809 (nicht angemeldet)

    Stöbert man etwas auf ungarischen Nachrichtenseiten, so fällt auf: Die Stimmung in Ungarn ist - entgegen der Behauptungen der europäischen Leitmedien - deutlich FÜR Präsident Orban. Ausserdem benötigt die Fidesz gerade mal 44 % , um die absolute Sitzemehrheit zu erringen. Ansonsten bleibt auch noch die Koalition mit der "a mi hazank" offen. Die Tisza wird keinen "grandiosen Sieg" einfahren - im Gegenteil, es wird bei ihnen (sehr) lange Gesichter geben.

    User #1809 (nicht angemeldet)

    Gut gemacht von Präsident Orban !

    Weiterlesen

    Ärzte ohne Grenzen
    246 Interaktionen
    Ding Dong
    Mauschelei-Vorwürfe an Zürcher Gebäudeversicherung
    30 Interaktionen
    Amtsmissbrauch?

    MEHR IN NEWS

    Eine mexikanische Flagge weht im Wind.
    Puerto Vallarta
    Schule
    9 Interaktionen
    BFS-Prognose
    Home24 XXXLutz
    8 Interaktionen
    Brüssel
    Unicef
    10 Interaktionen
    Viele Kinder

    MEHR AUS UNGARN

    sn
    41 Interaktionen
    7:3 im WM-Playoff
    3 Interaktionen
    Budapest
    Viktor Orban
    7 Interaktionen
    Wegen Korruption