Neumayer III-Station soll Indoor-Garten bekommen

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    Im Gewächshaus an der Neumayer III-Station in der Antarktis wird gegärtnert, um zu erforschen, wie Astronauten auf Missionen frisches Gemüse züchten können. Nun steht eine grundlegende Veränderung an.

    Im DLR-Gewächshaus in der Nähe der Forschungsstation wird seit 2018 gegärtnert. Foto: Hans-Christian Wöste/dpa/Archivbild
    Im DLR-Gewächshaus in der Nähe der Forschungsstation wird seit 2018 gegärtnert. Foto: Hans-Christian Wöste/dpa/Archivbild - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach vier Jahren Nutzung ist das Gewächshaus an der Neumayer-Station in der Antarktis demnächst Geschichte: Schon bald wird Wissenschaftlerin Jess Bunchek die letzte Ernte im ewigen Eis einfahren.

    «Wir haben alles gelernt, was wir wissen wollten», sagte Daniel Schubert, vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme und Leiter des Projekts «Eden ISS». «Es ist an der Zeit für etwas Neues.» 

    Zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) werde das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in den nächsten Jahren eine neue Gartenanlage entwickeln. Dieses soll als Indoor-Garten für Jahrzehnte in die vom AWI betriebene Neumayer III-Station integriert werden. Der Gartencontainer «Eden ISS» steht 400 Meter von der Forscherbasis entfernt. «Es hat sich herausgestellt, dass es nicht sinnvoll ist, für die Ernte von einem Salat den Schutzanzug anzuziehen und fast einen Kilometer zu laufen», so Schubert. 

    Forschung für Marsmissionen

    Im 13 Quadratmeter grossen DLR-Gewächshaus wachsen die Pflanzen seit 2018 ohne Erde unter künstlichem Licht und werden mit einer Nährstofflösung besprüht - während ausserhalb Temperaturen von bis zu minus 45 Grad Celsius herrschen. Das DLR erforscht, wie Astronauten zukünftiger bemannter Mond- und Marsmissionen mit möglichst wenig Zeit- und Energieeinsatz viel frisches Gemüse züchten können.

    Als erster Gärtner war DLR-Ingenieur Paul Zabel für ein Jahr in der Antarktis. Unterstützt wurde er vom DLR-Kontrollzentrum in Bremen. Im Januar 2021 übernahm die Botanikerin Bunchek von der US-Raumfahrtbehörde Nasa als Gastforscherin das Gärtnern. Bislang erntete sie 260 Kilo Gemüse, Salate und Kräuter - eine ähnlich grosse Menge wie ihr Vorgänger Zabel. 

    Der hatte allerdings Probleme bei der Paprikazucht. «Die konnten wir jetzt lösen», sagte Schubert. Jess Bunchek hatte spezielle Nasa-Sorten mitgebracht, die auf der Internationalen Raumstation ISS bereits zum Einsatz gekommen waren. «Wir haben dieses Mal super Ergebnisse mit den Paprikapflanzen erzielt», so Schubert. Wissenschaftlerin Bunchek sagte während einer Live-Schaltung im Internet, die Crew habe die süssen und scharfen Paprikasorten sehr gemocht. Schwierig sei jedoch die Zucht von Spinat gewesen. 

    Die Ergebnisse einer Studie zur psychologischen Wirkung des Gemüses auf die zehnköpfige Überwinterungscrew der Neumayer III-Station steht noch aus. Sie sollen im Frühjahr 2022 nach dem Ende der Mission «Eden ISS» vorgestellt werden. Aber eines sei bereits jetzt klar, betonte Bunchek: «Die Pflanzen haben einen psychologischen Benefit.» Dabei gehe es nicht nur um den Geschmack und den Geruch. «Allein das Ansehen mache Freude», so Bunchek.

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