Museumschef wünscht sich, dass Kritiker ein Buch von Karl May lesen

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Die Winnetou-Bücher wurden von Ravensburg aus dem Sortiment genommen. Der Karl May Museumschef bedauert diesen Entscheid und wirft Kritikern Unwissenheit vor.

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    Alexander Klaws als Winnetou. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ravensburg streicht das Buch zum neuen Winnetou-Film aus dem Sortiment
    • Um den Indianer-Klassiker wird nun eine Debatte entfacht.
    • Der Karl May Leiter wirft den Kritikern Unwissenheit vor.

    Unwissenheit und Oberflächlichkeit Der Leiter des Karl-May-Haus wirft den Kritikern von den Winnetou-Kinderbücher Unwissenheit und Oberflächlichkeit vor. «Ich würde mir wünschen, dass diejenigen, die diese Debatte losgetreten haben, ein Karl-May-Buch zur Hand nehmen und lesen.» So André Neubert gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

    Dann würden sie mit Sicherheit zu einer anderen Einschätzung kommen. Er bedaure, dass die Firma Ravensburger die Bücher aus dem Verkauf genommen habe.

    Nach seiner Einschätzung handle es sich bei den Kritikern um eine kleine, lautstarke Gruppe, die sich Argumenten verschliesse. Das Ganze komme einer Bevormundung anderer gleich. Ihn selbst nerve die Debatte, sagte Neubert.

    Karl May war ein Kritiker des Kolonialismus

    Karl May sei ein Kritiker des Kolonialismus und ein Pazifist gewesen, betonte der Historiker. Er habe sich sehr für die Völkerverständigung eingesetzt. Das zeige sich besonders in der Blutsbrüderschaft zwischen den Romanfiguren Winnetou und Old Shatterhand. Angesichts der aktuellen Krisen und Kriege in der Welt müsse eher mehr als weniger Karl May gelesen werden.

    Mays Werk sei in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. Darin zeige sich, dass es über nationale Grenzen hinweg Anklang finde, erklärte Neubert. Zudem verwies der Fachmann auf die vielen erfolgreichen Verfilmungen und Aufführungen.

    Er war nur ein Schriftsteller

    May sei kein Historiker, Politiker oder Geograf, sondern ein Schriftsteller gewesen. Er habe sich selbst stets als Märchen- und Geschichtenerzähler bezeichnet. Nach Kritik hatte Ravensburger zwei Winnetou-Kinderbücher zu einem Kinofilm aus dem Verkauf genommen. Demnach hätten die Titel Gefühle anderer verletzt.

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    Das Museum von Karl May kürt das Buch als «Buch des Monats» - Keystone

    Man sei angesichts der geschichtlichen Wirklichkeit zu der Überzeugung gekommen, dass hier ein «romantisierendes Bild mit vielen Klischees» gezeichnet werde. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hatte derweil ergeben, dass gut zwei Drittel der Bundesbürger die Entscheidung für falsch halten.

    Der Abenteuerschriftsteller Karl May (1842-1912) ist in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) geboren. In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum samt Forschungsstätte. Das Museum hatte das kritisierte Kinderbuch «Der junge Häuptling Winnetou» zum Buch des Monats gekürt und als «sehr empfehlenswert» bezeichnet. Doch seien auch dort die letzten Exemplare inzwischen vergriffen, bedauerte Museumsleiter Neubert.

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