Moskau: Azovstal und Mariupol komplett unter russischer Kontrolle

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    In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Azovstal ergeben.

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    Ukraine-Krieg: Blick auf das Azovstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach russischen Angaben haben sich alle Kämpfer im Azovstal-Stahlwerk ergeben.
    • Die Industriezone und Mariupol seien damit vollständig unter russischer Kontrolle.
    • Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten in russische Gefangenschaft gekommen.

    In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Azovstal ergeben. Die Industriezone und die Stadt seien damit vollständig unter russischer Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitagabend mit.

    Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen. Das Werk war das letzte Stück der strategisch wichtigen Stadt, das noch nicht komplett unter russische Kontrolle gewesen war.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin über die «vollständige Befreiung des Werks und der Stadt Mariupol» berichtet.

    Seit 21. April blockiert

    Am Freitag kam nach Angaben des Ministeriums die letzte Gruppe von 531 Kämpfern in Gefangenschaft. Dies hiess es in der Mitteilung der Behörde. Die Industriezone war seit dem 21. April von russischen Truppen blockiert gewesen.

    Der Kommandeur des Asow-Regiments sei in einem speziellen gepanzerten Fahrzeug abtransportiert worden.

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    Dieses Satellitenbild vom 29. März 2022 zeigt die zerbombte Stadt Mariupol. Fast alle Gebäude sind dem Erdboden gleichgemacht. - AP

    Zuvor hatten die ukrainischen Verteidiger des Stahlwerks erstmals erklärt, dass sie laut einem Befehl ihrer Armeeführung die Verteidigung einstellen sollen. Dies sagte der Kommandeur des umstrittenen Nationalgarderegiments «Asow», Denys Prokopenko, in einer Videobotschaft. Damit sollten Leben und Gesundheit der Soldaten der Garnison geschützt werden.

    2500 oder 1000 ukrainische Kämpfer?

    Am Montag hatten sich bereits die ersten 264 Soldaten ergeben, darunter über 50 Schwerverletzte. Nach russischen Angaben kamen am Donnerstag weitere in Gefangenschaft. Die Kommandeure und einige Kämpfer hatten bis zuletzt die Stellung gehalten.

    Insgesamt wurde in Moskau stets von rund 2500 ukrainischen Kämpfern ausgegangen. Die Regierung in Kiew hingegen hatte deren Zahl nur mit 1000 angegeben.

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    Das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol. - Victor/XinHua/dpa

    Bis zuletzt sprach die ukrainische Führung auch von einer «Rettungsoperation» statt einer Kapitulation und stellte einen baldigen Gefangenenaustausch in Aussicht. Die Asow-Kämpfer hatten immer wieder um Hilfe von den ukrainischen Streitkräften gebeten. Russland führt seit knapp drei Monaten einen Angriffskrieg gegen den ukrainischen Nachbarn. Mariupol wurde bereits Anfang März von russischen Truppen komplett eingeschlossen und in den schweren Kämpfen weitgehend zerstört.

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