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    Möglicher Maulwurf in Abhöraffäre bei Volkswagen enttarnt

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    Deutschland,

    In den Jahren 2017 und 2018 sind Gespräche einer Arbeitsgruppe bei VW mitgeschnitten worden, in denen der Umgang mit dem unliebsamen Zulieferer Prevent erörtert wurde. Jetzt steht wohl fest, wer hinter der Abhör-Attacke stand.

    Eine Spitzel-Affäre sorgt beim weltgrössten Autobauer Volkswagen für Unruhe. Foto: Swen Pförtner/dpa
    Eine Spitzel-Affäre sorgt beim weltgrössten Autobauer Volkswagen für Unruhe. Foto: Swen Pförtner/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Abhöraffäre um mitgeschnittene Gespräche einer VW-internen Arbeitsgruppe ist der mutmassliche Maulwurf bei Volkswagen enttarnt.

    Ein Mitarbeiter des Konzerns wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX vom Freitag freigestellt.

    Das Online-Wirtschaftsmagazin «Business Insider» hatte zuvor darüber berichtet.

    Ein VW-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äussern. Solange staatsanwaltschaftliche Ermittlungen andauerten, äussere sich der Konzern nicht zu der Angelegenheit, sagte auch Volkswagen-Markenfinanzchef Alexander Seitz am Freitag. Der Konzern hatte eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt, nachdem der Vorgang zunächst intern untersucht worden war.

    Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass ein Unbekannter in den Jahren 2017 und 2018 Gespräche einer Arbeitsgruppe systematisch mitgeschnitten hatte. In den Arbeitsrunden ging es darum, wie mit der unliebsamen Zulieferergruppe Prevent umgegangen werden soll, mit der VW seit Jahren im Clinch liegt. Bevor VW im März 2018 alle Verträge mit Prevent kündigte, beriet sich das Unternehmen nach mehreren Lieferstopps offenbar längere Zeit, ob und wie Prevent als Zulieferer ausgesteuert werden sollte, wie es im Branchenjargon heisst. «Business Insider» sprach von rund 50 Stunden Audiomaterial aus mindestens 35 Aufnahmen.

    «Volkswagen wurde Opfer einer illegalen Abhör-Attacke», hiess es vom Konzern. Dem Unternehmen liegen die Mitschnitte nach eigener Darstellung nicht vor. Prevent habe keine Kenntnis von den Mitschnitten gehabt, man sei auch erst recht nicht an deren Erstellung beteiligt gewesen, hatte ein Sprecher der Gruppe gesagt. Die Zuliefergruppe der bosnischen Eigentümerfamilie Hastor sah sich ihrerseits ebenfalls geschädigt und hatte angekündigt, rechtliche Schritte gegen VW zu prüfen.

    Wer der Spitzel ist und ob er in Auftrag von jemand anderem handelte, blieb zunächst unklar. «Nachdem sich nun gezeigt hat, dass in erschreckendem Ausmass illegal das Kernteam, das sich mit den Möglichkeiten der Beendigung der Geschäftsbeziehung zur Prevent-Gruppe beschäftigte, abgehört wurde, stellen wir uns selbstverständlich die Frage, wer an den Inhalten des Kernteams und dessen eventuellen Planungen ein Interesse haben und zu derlei Mitteln greifen würde», hatte ein VW-Sprecher anlässlich der Strafanzeige am Mittwoch mitgeteilt.

    Zwischen VW und Prevent bestehen seit dem Frühjahr 2018 keine Lieferbeziehungen mehr. Vor Gericht befehden sich die Unternehmen aber immer noch. Nach Angaben von Prevent sind noch über zehn Verfahren allein vor deutschen Gerichten anhängig. Auch in den USA hat Prevent gegen VW Klage eingereicht. VW sieht sich in den bisherigen richterlichen Entscheidungen zu den Streitigkeiten mehrheitlich bestätigt.

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