Nachbeben erschüttern Kroatien - Retter suchen weiter mögliche Verschüttete

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    Kroatien,

    Kroatien ist einen Tag nach einem heftigen Erdbeben mit mindestens sieben Toten von mehreren Nachbeben erschüttert worden.

    Mann vor seinem zerstörten Haus in Kroatien
    Mann vor seinem zerstörten Haus in Kroatien - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Regierung in Zagreb und EU wollen Hilfe in Katastrophenregion schicken.

    Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte am Morgen gegen 06.15 Uhr kurz hintereinander zwei Erdbeben der Stärke 4,8 und 4,7 in der Region um Sisak südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Zunächst wurden keine neuen Schäden durch die beiden Nachbeben gemeldet.

    Am Dienstag hatte ein Beben der Stärke 6,4 in der Region und insbesondere in der Ortschaft Petrinja schwere Schäden angerichtet. Sieben Menschen starben, darunter ein Mädchen. Rund 20 weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Aus Angst vor Nachbeben verbrachten viele Einwohner die Nacht in ihren Autos. Rund 200 Menschen wurden in einer Kaserne untergebracht.

    In der 20.000-Einwohner-Stadt stürzten zahlreiche Wohngebäude ein. Auch ein - zufällig leer stehender - Kindergarten wurde zerstört, wie Bürgermeister Darinko Dumbovic einem Radiosender sagte. «Die Stadt ist ein einziges Ruinenfeld», sagte das Stadtoberhaupt. «Es ist eine Katastrophe.»

    In Petrinja fiel durch das Beben der Strom aus - auch im Krankenhaus. Der Fernsehsender N1 zeigte Bilder von Patienten, die ihre Handys als Taschenlampen benutzten.

    Sinisa Sremic, ein 53-Jähriger aus Petrinja hatte die Nacht im Schlafsack verbracht. «Meine Wohnung ist völlig durcheinander. Es gibt keinen Strom», sagte er zu AFP. Am Morgen waren mehrere Viertel von Sisak und Petrinja weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten.

    Derweil suchten Einsatzkräfte der Bergrettung in Petrinja und mehr als 80 angrenzenden Dörfern weiter nach möglichen Verschütteten. Die Nacht über sei niemand in den Trümmern entdeckt worden, sagte Bergrettungschef Josip Granic.

    Die kroatische Regierung wollte im Tagesverlauf über Hilfen für die Katastrophenregion beraten. Regierungschef Plenkovic hatte nach einem Besuch in Petrinja angekündigt, Container-Unterkünfte schicken zu lassen. «Wir müssen alternative Unterkünfte finden», sagte er.

    Der EU-Kommissar für Krisenhilfe, Janez Lenarcic, will sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Im Onlinedienst Twitter kündigte er an, die EU werde «Winterzelte, elektrische Heizungen, Betten und Schlafsäcke ebenso wie als Unterkünfte nutzbare Container» nach Kroatien schicken.

    Papst Franziskus äusserte im Online-Dienst Twitter sein Mitgefühl für die Verletzten und «jene, die ihr Leben verloren haben und ihre Familien». Er hoffe, dass die Behörden mithilfe der internationalen Gemeinschaft «das Leiden des kroatischen Volkes» bald lindern könnten.

    Das Beben am Dienstag war auch in Österreich sowie Serbien zu spüren gewesen. Im Nachbarland Slowenien wurde vorsichtshalber das Atomkraftwerk Krsko abgeschaltet.

    Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt. Im März war Zagreb von einem Beben der Stärke 5,3 erschüttert worden.

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