Kliniken sollen weniger Intensivbetten frei halten

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    Deutschland,

    Für den Kampf gegen das Coronavirus blieben in den Krankenhäusern zur Sicherheit Betten leer, Operationen wurden verschoben. Nun soll die normale Versorgung aber wieder allmählich hochgefahren werden.

    Ein positiv getesteter Corona-Patient in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer. Foto: Peter Kneffel/dpa
    Ein positiv getesteter Corona-Patient in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer. Foto: Peter Kneffel/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Kliniken sollen nach dem Willen von Bund und Ländern wieder mehr Operationen und andere wichtige Behandlungen aufnehmen.

    Die Infektionsentwicklung in der Corona-Krise und eine präzise Übersicht durch ein neues Intensivbetten-Register liessen es zu, einen «etwas grösseren Teil» der Kapazitäten wieder für planbare OPs zu nutzen. Darüber verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer Telefonschalte am Donnerstag. Aktuell werden demnach 40 Prozent der Intensivbetten frei gehalten - dies sollen nun weniger werden.

    Bund und Länder hatten die Krankenhäuser Mitte März aufgefordert, alle planbaren OPs und Aufnahmen auszusetzen. Dies sollte vor allem in Intensivstationen vorsorglich freie Betten für eine erwartete grosse Zahl schwer kranker Corona-Patienten auch mit künstlicher Beatmung schaffen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angesichts der langsameren Virus-Ausbreitung Mitte April bereits Schritte zu einem Normalbetrieb angekündigt. Hintergrund sind auch Sorgen, dass Patienten andere Behandlungen aufschieben und weniger etwa wegen Herzinfarkten oder Schlaganfällen in Kliniken kamen.

    Ab sofort sollen laut der Verständigung nun die Länder die regionale Steuerung unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten übernehmen - auf der Basis eines vom Bund dafür vorgelegten Konzeptes. Ein solches Vorgehen sei auch deswegen geboten, weil sich eine dauerhafte ausschliessliche Priorisierung einer bestimmten Patientengruppe nicht rechtfertigen lasse. Zugleich sollten ausreichend Covid-19-Behandlungskapazitäten frei gehalten und an die Entwicklung der Pandemie angepasst werden.

    Spahn hatte bereits ein Konzept mit Empfehlungen an die Länder vorgelegt. Demnach sollen Kliniken noch 25 Prozent der Intensivbetten für Corona-Patienten frei halten. Die OP-Kapazität kann im ersten Schritt zu 70 Prozent für nicht direkt zwingende Eingriffe geöffnet werden. Die Kliniken sollten aber in der Lage sein, «je nach Pandemieverlauf innerhalb von 72 Stunden weitere Intensiv- und Beatmungskapazitäten zu organisieren», heisst es in dem Papier.

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