Johnson lässt Rolle von Cameron in Greensill-Skandal prüfen

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    Grossbritannien,

    Die britische Regierung lässt die Rolle des früheren Premierministers David Cameron im Fall des insolventen Finanzdienstleisters Greensill Capital prüfen.

    Greensill london
    Ein Schild mit dem Firmennamen «Greensill Bank» hängt am Eingang der Bremer Privatbank. Die Credit Suisse hatte bei der Versicherung der Greensill Fonds gespart. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Rolle von Ex-Premier David Cameron im Greensill-Skandal wird überprüft.
    • Dies ordnete der derzeitige britische Premier Boris Johnson an.
    • Damit soll die Transparenz gewährleistet werden.

    Die britische Regierung lässt die Rolle des früheren Premierministers David Cameron im Fall des insolventen Finanzdienstleisters Greensill Capital prüfen. Ein Anwalt werde die unabhängige Untersuchung führen, sagte ein Regierungssprecher am Montag in London. Premierminister Boris Johnson habe die Prüfung angeordnet, um Transparenz zu gewährleisten.

    Cameron will keine Regeln gebrochen haben

    «Diese unabhängige Überprüfung wird sich auch mit der Frage befassen, wie Verträge zustande kamen und wie Unternehmensvertreter mit der Regierung zusammengearbeitet haben», sagte der Sprecher. Cameron kündigte an, er begrüsse die Untersuchung.

    Cameron war von 2010 bis 2016 Premierminister. Er hatte im Frühling 2020 als Lobbyist für Greensill bei Finanzminister Rishi Sunak um Unterstützung geworben. Der Ex-Premier hat mittlerweile eingeräumt, er hätte besser nur «durch die formalsten Kanäle» mit der Regierung Kontakt aufgenommen, anstatt Textnachrichten an Sunak zu schicken. Er habe aber keine Regeln gebrochen.

    Ex-Premier David Cameron
    Ein Bild aus besseren Zeiten: David Cameron, damals noch Premierminister, kann noch mit dem damaligen Bürgermeister Boris Johnson lachen. - dpa

    Die Greensill-Gruppe wurde 2011 vom australischen Ex-Banker Lex Greensill gegründet und spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Lieferketten. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Davon sind auch mehrere Dutzend Kommunen in Deutschland betroffen, die beim deutschen Ableger des Unternehmens, der Bremer Greensill-Bank, Geld angelegt hatten.

    Schärfere Lobbyregeln gefordert

    Die Opposition fordert, Cameron und Sunak müssten im Parlament Rede und Antwort stehen. Die Untersuchung diene lediglich dazu, den Fall auf die lange Bank zu schieben, kritisierte die Labour-Politikerin Rachel Reeves. Laut der Zeitung «The Sun» hat die Regierung alle Minister und Spitzenbeamten angewiesen, ihre Kontakte zu Cameron offenzulegen. Ex-Premierminister Gordon Brown forderte schärfere Lobby-Regeln für Regierungschefs nach ihrer Amtszeit.

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