Italien erarbeitet Plan für Friedensprozess im Ukraine-Krieg

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    Bisher versuchten vor allem Initiativen einzelner Länder, auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzuwirken - mit wenig Erfolg. Italiens Aussenminister Di Maio will nun eine gemeinsame Offensive starten.

    Luigi Di Maio, Aussenminister von Italien. Das Land hat nach seinen Worten einen Plan für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg entwickelt.
    Luigi Di Maio, Aussenminister von Italien. Das Land hat nach seinen Worten einen Plan für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg entwickelt. - Oliver Weiken/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Italien hat nach den Worten seines Aussenministers einen Plan für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg entwickelt.

    «Es braucht jetzt eine diplomatische Gegenoffensive», sagte Luigi Di Maio im Interview der Zeitung «La Stampa» (Samstag).

    Derzeit versuchten nur einzelne Staaten zu vermitteln, kritisierte der 35-Jährige. Nun wolle man alle relevanten internationalen Organisationen dazu bringen, mitzuarbeiten. Ein erstes Ziel sei, lokale Kampfpausen zu erreichen, danach solle ein Waffenstillstand, die Arbeit an der Neutralität und am Ende ein Friedensabkommen folgen.

    Plan liegt den G7-Ländern vor

    Der Plan sei von Diplomaten und der italienischen Regierung entwickelt und den Unterhändlern der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) vorgelegt worden, sagte Di Maio. Er habe ausserdem mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen. Die UN, EU und OSZE sollten als Hauptarbeitsgruppe andere Länder wie die Türkei und Indien miteinbeziehen.

    Di Maio äusserte sich aber etwas pessimistisch zur aktuellen Verhandlungslage mit Russland: «Ich will nicht wie ein Schwarzmaler wirken, aber ich sehe keine Verhandlung an keinem Tisch», sagte er. «Einzelne Aktionen werden Wladimir Putin nicht dazu überreden, zu verhandeln.»

    Ein weiteres Problem sah der Politiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung beim Thema Getreidelieferungen aus der Ukraine, die ein wichtiges Exportland dafür ist. «Alle Studien zeigen, dass es nur einen einzigen Weg gibt, um den Getreide- und Weizenmangel zu überstehen: einen geschützten Korridor schaffen, um den Getreidetransport über das Meer von der ukrainischen Küste zuzulassen», erklärte Di Maio. Über den Landweg sei das zu schwierig. «Russland wird, wenn es den Meereszugang weiter blockiert, für neue Kriege verantwortlich sein», meinte er.

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