Immer mehr Verkehrsunfälle durch Ablenkung

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    Deutschland,

    Handy ist für Autofahrer eigentlich tabu. Trotzdem greifen viele hinter dem Lenkrad zum Smartphone, um anzurufen oder Nachrichten abzuschicken. Manchmal hat das schlimme Folgen.

    Handy am Steuer
    Nur noch schnell einen Anruf entgegennehmen: Viele Autofahrer können selbst am Steuer nicht auf ihr Handy verzichten. Foto: Hauke-Christian Dittrich - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immer mehr Verkehrsunfälle geschehen durch Ablenkung mit Mobiltelefonen oder anderen elektronischen Geräten.

    Das haben Unfallforscher aus Dresden und Hannover ermittelt.

    «Allerdings lässt sich das sehr schwer beziffern, weil Betroffene oft Schutzbehauptungen vorbringen. Keiner gibt gern zu, dass er gerade mit dem Handy beschäftigt war, als der Unfall passierte», sagte Henrik Liers, Geschäftsführer der Verkehrsunfallforschung an der Technischen Universität in Dresden.

    «Wir erheben sehr intensiv auch die menschlichen Faktoren und die verkehrspsychologischen Aspekte von Unfällen. Noch ist der Mensch massgeblich Schuld an einem Unfall», betonte Liers. Etwa 95 Prozent aller Unfälle würden von menschlichem Fehlverhalten begünstigt oder verursacht. Alkohol spiele eine Rolle, in den vergangenen Jahren allerdings mit leicht rückläufiger Tendenz.

    So gingen im Jahr 1999 deutschlandweit noch 14,3 Prozent aller bei Verkehrsunfällen getöteten Personen auf das Konto von Alkoholunfällen. 2018 waren das noch 7,5 Prozent, 244 Menschen starben. In Dresden wollen Unfallforscher am Donnerstag Bilanz zu ihrer Arbeit ziehen.

    Auch den demografischen Wandel behalten die Forscher im Blick. Denn Autofahrer im Alter von 75 und sind heute keine Seltenheit mehr auf deutschen Strassen. Laut Liers stieg ihr Anteil am Unfallgeschehen von 2,0 Prozent im Jahr 2000 auf 6,7 Prozent (2018).

    Betagte Autofahrer würden zwar absolut weniger Unfälle bauen, weil sie nicht so häufig und weit unterwegs sind wie jüngere: «Aber wenn sie in Unfälle verwickelt sind, sind sie noch häufiger als junge dafür auch verantwortlich. Bei Unfällen von Fahrern im Rentenalter haben fast 76 Prozent den Unfall selber verursacht, bei Fahranfängern sind es nur 65 Prozent.» Zum Vergleich: Die «sicherste» Gruppe der 45- bis 54-jährigen komme auf 49 Prozent.

    Nach den Worten von Liers sind Fahrer im Alter ab 75 oft mit der Komplexität des Verkehrsgeschehens überfordert. «Ein Phänomen, das sich zunehmend beobachten lässt, ist das Verwechseln von Gas und Bremse.» Hinzu kommen medizinische Ursachen, die dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr beherrscht wird», erklärte der Forscher. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wäre es wünschenswert, wenn es regelmässige Tests für Fahrzeugführer gebe. Dafür müsse aber in erster Linie Einsicht bei den Betroffenen vorhanden sein sind.

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