Grossbritanniens «berüchtigtster Gefangener» bittet um Gnade
Charles Bronson, der «berüchtigtste Gefangene» Grossbritanniens, bittet um Gnade. Er ist seit 1974 fast ohne Unterbruch inhaftiert. Mittlerweile ist er 70.

Das Wichtigste in Kürze
- Charles Bronson hat ein Gnadengesuch eingereicht.
- Der «berüchtigtste Gefangene» Grossbritanniens ist mittlerweile 70 Jahre alt.
- Er sitzt seit 1974, mit Ausnahme von zwei kurzen Perioden in Freiheit, hinter Gittern.
Charles Bronson hat fast 50 Jahre hinter Gitter verbracht. Nun hat der Mann, der von Medien als «berüchtigtster Gefangener» Grossbritanniens bezeichnet wird, ein Gnadengesuch eingereicht. Das berichtete Sky News am Mittwoch. Dem Nachrichtensender war zuvor eine Sprachnachricht Bronsons zugespielt worden.
«Ich bin jetzt 70 Jahre alt. Ich habe nie jemanden getötet, nie jemanden vergewaltigt. Wofür bin ich im Gefängnis?», sagte der Häftling, der sich auch Charles Salvador nennt, Medien zufolge aber als Michael Gordon Peterson geboren wurde.
Er fügte hinzu, er werde wegen seiner langen Haftzeit inzwischen für einen Serienmörder gehalten. Ursprünglich war Bronson 1974 wegen bewaffneten Raubs für sieben Jahre ins Gefängnis gekommen.
Seit 1974 war Bronson nur zweimal kurz in Freiheit
Doch abgesehen von zwei kurzen Perioden in Freiheit, verbrachte er seitdem sein ganzes Leben hinter Gittern. Grund dafür waren meist gewalttätige Angriffe auf Gefängnismitarbeiter. Im Jahr 1999 soll er beispielsweise seinen Kunstlehrer zwei Tage lang als Geisel gehalten und misshandelt haben, weil der Kritik an seinen Malkünsten geäussert hatte.
In dem Gnadengesuch, das sein Anwalt an Justizminister Dominic Raab richtete, hiess es, Bronson sei seit Jahren nicht mehr gewalttätig gewesen. Zudem habe sich seine Gewalt meist gegen Gefängniswärter gerichtet. Wenn jemand auf die 70 zugehe, sinke das Gewaltrisiko auf null, sagte Bronson-Anwalt Dean Kingham Sky News zufolge.
Neben dem Gnadengesuch versucht Bronson auch auf Bewährung freizukommen. Der Bewährungsausschuss dürfte in seinem Fall wohl öffentlich tagen. Das hatte er sich im vergangenen Jahr vor Gericht erstritten. Doch Bronsons Anwalt glaubt, dass ihm die formalen Voraussetzungen für eine Freilassung auf Bewährung aus kleinlichen Gründen vorenthalten werden, beispielsweise weil er sich weigere, mit Gefängniswärtern Brettspiele zu spielen.












