Luxemburg feiert kostenlosen Nahverkehr

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    Es ist eine Weltpremiere. Luxemburg hat als erstes Land überhaupt den öffentlichen Nahverkehr gratis gemacht. Ticketautomaten können nun abgebaut werden.

    Luxemburg
    Tram in Luxemburg - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Lange hatten sie es angesagt, und nun hat Luxemburg ihr gesamtes ÖV-Netz Gratis gemacht.
    • Bis 2025 sollen im Grossherzogtum 20 Prozent mehr Menschen den ÖV benutzen.

    Das war's mit den Fahrscheinen in Luxemburg. Seit Samstag heisst es einfach: Einsteigen und mitfahren. Denn Bahn, Bus und Tram sind ab jetzt im gesamten Grossherzogtum kostenlos.

    Luxemburg ist das erste Land der Welt, das alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis macht. Und das wird im kleinen Land gross gefeiert. An den Bahnhöfen ertönt Musik: Es wird gerappt, getanzt, gesungen und gerockt. Und in den Zügen und Stadtbahnen verbreiten Künstler mit Mini-Konzerten Partylaune.

    20 Prozent mehr Passagiere ab 2025

    Eigentlich hatte der Gratis-Transport am Sonntag (1. März) losgehen sollen. Wegen der Feiern am Samstag hatte die Regierung vor wenigen Tagen entschieden, den Start einen Tag vorzuziehen.

    «Es ist ein grosser Tag», sagt der luxemburgische Mobilitätsminister François Bausch (Grüne) zum Start. Mit der Umstellung auf Gratis-Transport wolle man Menschen dazu bewegen, vom Auto auf Busse und Bahn umzusteigen. «Unser Ziel ist es, bis 2025 rund 20 Prozent mehr Passagiere zu transportieren», sagt der Grüne Politiker. Denn wie viele andere Städte und Länder in Europa auch leide Luxemburg unter vielen, langen Staus im Berufsverkehr.

    Klar sei, dass die Umstellung auf gratis allein nicht reiche, um Menschen in die «Öffis» zu locken. «Wir müssen den Transport so attraktiv und zuverlässig wie möglich machen, damit er eine echte Alternative darstellt.» Wie geht das? Unter anderem werden die Bus- und Bahnlinien massiv ausgebaut - mehr Züge, neue Strecken, enger Takt.

    Reaktionen vorwiegend positiv

    Satte vier Milliarden Euro werden dazu von 2018 bis 2027 allein auf der Schiene investiert. Plus 550 Millionen für die Tramstrecke in der Hauptstadt. «Urbane Räume müssen wieder den Menschen gehören, nicht den Autos», sagt der Minister.

    Elisabeth Schickes aus Steinfort findet es super, dass sie jetzt kostenlos mit der Bahn fahren kann. «Zwei Euro hier, zwei Euro da. Das hat sich geläppert.» Kostenfreiheit sei ein guter Anreiz, umzusteigen.

    Christiane Wagener aus der Hauptstadt meint dagegen, gratis hätte der ÖPNV nicht werden müssen. «Ich fand es vorher auch nicht teuer.» Astrid aus Frankreich meint, dass andere Länder dem Beispiel Luxemburgs folgen könnten. «Es ist eine gute Sache.»

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