Gewalttätige Ausschreitungen in Schweden - Polizei stoppt neue Demos

    Keystone-SDA
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    Schweden,

    Im schwedischen Stockholm ist das Eritrea-Festival ausgeartet. Dabei wurden über 50 Menschen verletzt. Die Polizei hat weitere Demonstrationen untersagt.

    Stockholm
    Polizisten mit eritreischen Festival-Besuchern in Stockholm. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei gewalttätige Ausschreitungen am Eritrea-Festival wurden mehr als 50 Leute verletzt.
    • Die schwedische Polizei verbietet weitere Demos nach den chaotischen Szenen und Bränden.
    • Das Kulturfestival in Stockholm darf dennoch weiterhin stattfinden.

    Nach gewalttätigen Ausschreitungen mit mehr als 50 Verletzten hat die schwedische Polizei weitere Demonstrationen gegen ein Eritrea-Festival in Stockholm untersagt. Die eigentlich bis Samstag geltende Erlaubnis für eine öffentliche Versammlung werde nach den Problemen vom Donnerstag widerrufen. Das eritreische Kulturfestival dürfe dagegen weiterhin stattfinden. Das teilte die Stockholmer Polizei am Freitag mit.

    Bei einer Demonstration gegen das Festival kam es am Donnerstag in der schwedischen Hauptstadt zu chaotischen Szenen, Bränden und Schlägereien. Zelte und Fahrzeuge wurden angezündet.

    Nach Behördenangaben zogen sich 55 Menschen Verletzungen zu, darunter drei Polizeibeamte. Am Freitagmittag lagen noch 14 Menschen mit so schweren Verletzungen im Krankenhaus, dass sie weiter behandelt werden mussten. Das berichten Angaben der Region Stockholm.

    Festival Stockholm
    Ein Feuerwehrmann am Festival in Stockholm. - keystone

    Die Polizei nahm Ermittlungen wegen gewalttätiger Ausschreitungen, Brandstiftung und schwerer Sabotage der Einsatzkräfte auf. Sie setzte Menschen fest, darunter eine Person wegen Brandstiftung. Dazu kommen rund 140 vor allem im Zusammenhang mit einer Störung der öffentlichen Ordnung. Darüber hinaus konnten etwa 40 Menschen nach Polizeiangaben nicht vorweisen, dass sie sich in Schweden aufhalten durften.

    Hinter den Ausschreitungen soll ein Konflikt zwischen Gegnern der politischen Führung im Staat Eritrea und den Organisatoren des Festes stecken. Das seit den 1990er Jahren veranstaltete «Festival Eritrea Scandinavia» gilt seit längerem als umstritten.

    Es wurde in der Vergangenheit dafür kritisiert, die Ein-Parteien-Diktatur in Eritrea zu unterstützen und hochrangige Vertreter der Führung einzuladen. Um dagegen zu demonstrieren, sollen nach Angaben schwedischer Medien auch gebürtige Eritreer aus anderen europäischen Ländern nach Schweden gereist sein.

    Politik und Kultur am Festival

    Das Festival läuft noch bis Sonntag – Es handelt sich um eine Zusammenkunft, auf der Seminare und Debatten stattfinden. Es gibt Musik, eritreisches Essen und einen kleinen Jahrmarkt. Es sei nicht nur eine kulturelle, sondern auch eine politische Veranstaltung, sagte der Eritrea-Experte Kjetil Tronvoll dem schwedischen Rundfunksender SVT.

    Die Diktatur betreibe seit langem eine umfassende Spionage ihrer Diaspora im Ausland. Eritrea sei das Land, das weltweit die stärkste Kontrolle über seine im Ausland lebenden Mitbürger ausübe, sagte er.

    Ein ähnlicher Vorfall wie in Stockholm hatte sich im Juli auch im deutschen Giessen ereignet. Gegner eines Eritrea-Festivals hatten sich auch dort gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Dabei wurden mindestens 26 Polizisten verletzt. Auch der dortige Veranstalter gilt als regierungsnah, weshalb das Fest ebenfalls umstritten gewesen ist.

    eritrea
    Der eritreische Präsident Isayas Afewerki (l) am Flughafen. (Archivbild) - keystone

    Eritrea mit seinen rund drei Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer und ist international weitgehend abgeschottet. Seit einer Unabhängigkeit von Äthiopien vor 30 Jahren regiert Präsident Isaias Afewerki in einer Ein-Parteien-Diktatur das Land.

    Parteien sind verboten, die Meinungs- und Pressefreiheit stark eingeschränkt. Es gibt weder ein Parlament noch unabhängige Gerichte oder zivilgesellschaftliche Organisationen. Zudem herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem, vor dem viele Menschen ins Ausland fliehen.

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