Dominique Pelicot muss für 20 Jahre ins Gefängnis

    Redaktion
    Redaktion, DPA

    Frankreich,

    Dominique Pelicot wurde von dem Gericht für schuldig befunden. Er hatte seine Ex-Frau Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten.

    Verdict against 51 defendants of mass rape trial in Avignon
    Am Donnerstag werden im Vergewaltigungs-Prozess in Avignon (F) die Urteile verkündet. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Urteile im Vergewaltigungs-Prozess in Südfrankreich wurden verlesen.
    • Dominique Pelicot wurde der schweren Vergewaltigung für schuldig befunden.
    • Nun wurde auch das Strafmass verkündet: Er muss für 20 Jahre hinter Gitter.

    Nach 14 Verhandlungswochen werden heute die Urteile im Vergewaltigungs-Prozess in Südfrankreich verkündet.

    Unter grossem Medienandrang startete der Vorsitzende Richter Roger Atara die Verlesung der Urteilssprüche gegen die 51 Angeklagten.

    Schuldspruch für «Teufel von Avignon»

    Der Hauptangeklagte in dem Verfahren ist Dominique Pelicot. Er hatte seine damalige Frau Gisèle über fast zehn Jahre hinweg immer wieder mit Medikamenten betäubt, sich an ihr vergangen und sie Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten, wie er vor Gericht gestand.

    Dominique Pelicot
    Dominique Pelicot soll 1991 eine Frau vergewaltigt und ermordet haben. (Archivbild) - ap

    Das Urteil gegen ihn wurde zuerst verkündet: Das Gericht hat ihn der schweren Vergewaltigung für schuldig befunden. Er muss für 20 Jahre ins Gefängnis, wie das Gericht verkündet.

    Auch zahlreiche Mittäter wurden wegen schwerer Vergewaltigung verurteilt. Einer nach dem anderen wurde für schuldig befunden, Gisèle Pelicot vergewaltigt zu haben. Die Männer erhielten Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren. Die verhängten Strafen sind laut «BBC» generell einige Jahre niedriger als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

    Missbrauchsprozess in Avignon
    Gisele Pelicot trifft zum letzten Tag der Plädoyers der Verteidigung im Prozess gegen ihren ehemaligen Ehemann im Gerichtsgebäude von Avignon ein Archivfoto). Lewis Joly/AP/dpa - dpa

    Die Mittäter, die zur Tatzeit zwischen 21 und 68 Jahre alt gewesen sein sollen, sollten nach Willen der Staatsanwaltschaft zwischen 4 und 18 Jahre in Haft. Mehr als die Hälfte von ihnen forderte Freispruch.

    Ein Dutzend weitere Täter vermutet

    Gisèle selbst, hatte die Übergriffe wegen der starken Medikamente, die ihr damaliger Mann ihr heimlich verabreicht hatte, nicht mitbekommen. Sie geht davon aus, etwa 200 Vergewaltigungen erlitten zu haben. Die Ermittler vermuten auch ein Dutzend weitere Täter, die aber nicht identifiziert werden konnten.

    Kommentare

    User #3201 (nicht angemeldet)

    M.E. absolut bewunderungswürdig, welche Grösse und Kraft diese Dame ausstrahlt. Tja @ #3299, bei einigen Strafmassen habe auch ich gewisse Fragezeichen, aber das ist halt im Rechtssystem des jeweiligen Landes verankert. Und @Nau: bitte entfernt doch die Kommentare vom "Selbstdenker" (scheinen mir im vorliegenden Fall nicht relevant), oder schliesst die Kommentarspalte. Vielen Dank.

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