Gazprom kündigt an, dass Moldau ab dem 1. Dezember kein Gas mehr aus Russland erhalten wird – sollte bis dahin der Vertrag nicht verlängert werden.
Gazprom
Moldau kämpft mit Schulden. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Moldau wird von Russland mit hohen Gaspreisen unter Druck gesetzt.
  • Dabei geht es um nicht bezahlte Schulden und künftige Lieferungen.
  • Wegen eines Gas-Defizits hat Moldau den Notstand ausgerufen.

Die Energiegrossmacht Russland setzt das völlig verarmte Land Moldau mit hohen Gaspreisen unter Druck. Vor dem Wintereinbruch streiten beide Länder um aufgelaufene Schulden und künftige Lieferungen. Stellt der Staatskonzern Gazprom zum 1. Dezember die Lieferungen ein?

Der russische Energiekonzern Gazprom droht der Ex-Sowjetrepublik Moldau wegen nicht bezahlter Rechnungen mit einem Zudrehen des Gashahns. Es seien Schulden von 433 Millionen US-Dollar (rund 396 Millionen Franken) aufgelaufen.

Gazprom setzt Lieferungen im Oktober und November fort

Die Aussenstände beliefen sich aber wegen Strafzahlungen für nicht bezahlte Rechnungen inzwischen auf 709 Millionen US-Dollar. Das teilte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow mit. «Dabei wollen die Vertreter Moldaus – warum auch immer – diese aufgelaufene Schuldensumme nicht anerkennen.»

Die Regierung in dem völlig verarmten Nachbarland von EU-Mitglied Rumänien hat wegen eines Gas-Defizits den Notstand ausgerufen. Nach Darstellung des Gazprom-Sprechers erhält Moldau vom 1. Dezember an kein Gas mehr aus Russland, sollte bis dahin der im September ausgelaufene Vertrag nicht verlängert werden.

Gazprom
Gazprom droht, dass Moldau ab dem 1. Dezember kein Gas aus Russland mehr erhält. - dpa-infocom GmbH

Der Gasriese will nach eigenen Angaben allerdings einer Bitte der moldauischen Regierung nachkommen. Nach ihnen sollen Lieferungen im Oktober und November fortgesetzt werden. Im Gegenzug muss das Land die Rechnungen zunächst für September und Oktober bezahlen.

Freundschaftspreis für Belarus

Voraussetzung für einen neuen Vertrag wiederum sei das Begleichen aller Schulden, sagte Kuprijanow. Hier gehe es nicht um Politik. Vielmehr könne sich die an internationalen Börsen notierte Aktiengesellschaft keine Verluste erlauben. Auch der russische Staatshaushalt rechne mit den Einnahmen.

«Es gibt Grenzen der Geduld. Moldau provoziert die Krise selbst. Für eine erhaltene Ware muss man rechtzeitig bezahlen», sagte der Gazprom-Sprecher.

Russland sieht sich immer wieder in der Kritik, Preise nach der politischen Ergebenheit eines Landes festzulegen. So hat etwa Belarus für 2022 gerade einen Freundschaftspreis von 128,5 US-Dollar je 1000 Kubikmeter ausgehandelt.

Mehr zum Thema:

Regierung Dollar EU Gazprom