Das russische Staatsunternehmen liefert noch weniger Gas nach Deutschland als zunächst angekündigt. Was steckt dahinter?
Der russische Energieriese Gazprom reduziert die Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland  noch einmal.
Der russische Energieriese Gazprom reduziert die Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland noch einmal. - Stefan Sauer/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Gazprom liefert noch weniger Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland.
  • Der russische Energiekonzern begründet den Schritt mit Reparaturarbeiten.
  • Bereits am gestrigen Dienstag kündigte Gazprom eine Reduktion das Gasliefermenge an.

Der russische Energiekonzern Gazprom reduziert die maximalen Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland erneut. Von Donnerstagfrüh an werden täglich nur noch maximal 67 Millionen Kubikmeter durch die Leitung gepumpt, kündigte Gazprom am Mittwoch an.

Erneut begründete das russische Staatsunternehmen diesen Schritt mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens. Deshalb müsse eine weitere Gasverdichtungsanlage abgestellt werden, hiess es.

Gazprom
Das Gazprom-Logo an einer Niederlassung des russischen Staatskonzerns in St. Petersburg. - Igor Russak/dpa

Bereits am Dienstag hatte Gazprom die Reduktion der maximalen Liefermenge auf zunächst bis zu 100 Millionen Kubikmeter Gas täglich verkündet. Das entspricht rund 60 Prozent des bisher geplanten Tagesvolumens von 167 Millionen Kubikmeter Gas.

Die Bundesnetzagentur wies die Angaben von Gazprom wenig später zurück. Demnach seien Verzögerungen bei Reparaturen an einem Gasverdichter-Aggregat der Grund für die reduzierten Gasliefermengen.

Erhöhen sich Energiepreise weiter?

Für Deutschland ist Nord Stream 1 die Hauptversorgungsleitung mit russischem Gas. Zuvor war schon die Leitung Jamal-Europa nicht mehr befüllt worden. Reduziert ist auch die Durchleitung von russischem Gas durch die Ukraine, die deutlich unter Plan liegt.

Bereits durch die bisherigen Einschränkungen hatten sich die Energiepreise erhöht, weil insgesamt weniger Gas von Russland nach Europa fliesst. Die fertige Gaspipeline Nord Stream 2 ist bisher nicht in Betrieb genommen worden.

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