Fünf Festnahmen nach Attacke in Pariser Polizeizentrale

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    Frankreich,

    Gut zehn Tage nach dem Messerangriff im Pariser Polizeipräsidium hat die französische Polizei fünf Menschen aus dem Umfeld des Täters festgenommen.

    Särge mit den in Paris getöteten Polizisten
    Särge mit den in Paris getöteten Polizisten - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auch Imam von Gefährderliste in Polizeigewahrsam.

    Darunter ist auch ein als Gefährder eingestufter Imam, wie es am Montag aus Justiz- und Ermittlerkreisen hiess. Über die Identität der vier anderen Inhaftierten wurde zunächst nichts mitgeteilt.

    Ein 45-jähriger Mitarbeiter des Polizeipräsidiums hatte am 3. Oktober vier Kollegen erstochen, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Die Tat hatte nach ersten Ermittlungen einen islamistischen Hintergrund. Der Täter war demnach vor zehn Jahren zum Islam übergetreten und vertrat eine zunehmend radikale Sichtweise des Islam.

    Unklar ist bisher, ob der Täter Komplizen hatte oder auf eigene Faust handelte. Die Festnahmen und Durchsuchungen erfolgten an drei verschiedenen Orten im Verwaltungsbezirk Val-d'Oise nördlich von Paris, wie es aus Justiz- und Ermittlerkreisen hiess.

    Der 45-jährige Informatiker hatte vor der Messerattacke auch Kontakt zu dem Imam, der zuletzt in einer Moschee in dem Wohnort des Täters in Gonesse nördlich von Paris arbeitete. Er steht den Angaben zufolge auf einer offiziellen Liste mit Gefährdern. Der muslimische Verband, der den Imam beschäftigt, hatte ihn am Freitag entlassen.

    Laut den Ermittlern hatte der Täter auch Kontakte in die Salafistenszene. Bereits 2015 soll der Täter gegenüber Kollegen zudem den Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitung «Charlie Hebdo» mit zwölf Toten gutgeheissen haben. Dennoch geriet der langjährige Mitarbeiter des Polizeipräsidiums nie ins Visier der Antiterrorfahnder.

    Den Ermittlern zufolge hatte der Täter auf einem USB-Stick Propaganda der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie Informationen über rund ein Dutzend Kollegen gespeichert. Die IS-Miliz bekannte sich jedoch nicht zu der Attacke.

    Der französische Innenminister Christophe Castaner räumte Fehler bei der Polizei ein, weil im Fall des Täters nicht rechtzeitig Alarm geschlagen wurde. Das rechte politische Lager fordert deshalb den Rücktritt Castaners.

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