Inflation

    Inflation wieder über fünf Prozent: Weiterer Anstieg droht

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    Der Ukraine-Krieg heizt die ohnehin schon hohen Energiepreise zusätzlich an. Die Menschen in Deutschland müssen sich auf weiter steigende Verbraucherpreise einstellen. Die Politik diskutiert über mögliche Entlastungen.

    Die Verbraucherpreise steigen - vor allem wegen der explodierenden Energiepreise. Doch auch Nahrungsmittel, etwa frisches Gemüse, wurde im Februar teurer. Foto: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild
    Die Verbraucherpreise steigen - vor allem wegen der explodierenden Energiepreise. Doch auch Nahrungsmittel, etwa frisches Gemüse, wurde im Februar teurer. Foto: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach einem Preissprung im Februar müssen sich die Menschen in Deutschland wegen des Ukraine-Krieges auf weiter steigende Inflationsraten einstellen.

    Angeheizt von teurer Energie legten die Verbraucherpreise im Februar nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,1 Prozent zu. Die Jahresteuerungsrate übersprang damit wieder die Marke von fünf Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte nun eine erste Schätzung.

    Da der russische Angriff auf die Ukraine die Rohstoffpreise weltweit nach oben treibt, wird die Inflation Ökonomen zufolge vorerst weiter steigen. Manche Volkswirte schliessen eine Sieben vor dem Komma bei der Teuerungsrate in den kommenden Monaten nicht aus. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.

    Im Januar 2022 hatte die jährliche Teuerungsrate bei 4,9 und im Dezember 2021 bei 5,3 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 0,9 Prozent. «Die coronabedingten Effekte werden zunehmend überlagert durch die Auswirkungen des Angriffs von Russland auf die Ukraine», erläuterte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

    Inflation im Gesamtjahr von über 5 Prozent

    Die aktuellen Preissteigerungen, insbesondere bei Mineralölprodukten, spiegelten sich in den Februar-Ergebnissen aber noch nicht wider. «Die Inflationsrate dürfte zumindest bis zum Sommer über der Marke von 7 Prozent verharren, selbst wenn sich die Lage an den Energiemärkten .... ab der Jahresmitte zu entspannen beginnt», erwartet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

    Nach Einschätzung von Sebastian Dullien droht im Gesamtjahr eine Inflation in Deutschland von im Schnitt deutlich über 5 Prozent. «Damit läge die Teuerung auf dem höchsten Niveau seit dem zweiten Ölpreisschock Anfang der 1980er», sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

    «Sollte es gar zu einem Importembargo oder Importstopp russischer Energielieferungen kommen, dürfte die Inflation noch einmal ein ganzes Stück höher ausfallen.»

    Energiepreise Haupttreiber der Inflation

    Im Februar kostete Sprit 25,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 52,6 Prozent, Erdgas um 35,7 Prozent und Strom um 13 Prozent. Dabei wirkte sich auch die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid aus, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflation im Februar den Angaben zufolge bei 3,3 Prozent gelegen.

    Tiefer in die Tasche greifen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Nahrungsmittel (plus 5,3 Prozent). Teurer wurden innerhalb eines Jahres insbesondere frisches Gemüse (plus 11 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Butter (plus 6,7 Prozent).

    Inflation betrifft gesamten Euroraum

    Im verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Februar ebenfalls deutlich. Die Verbraucherpreise lagen um 5,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies ist der höchste Wert seit Einführung des Euro als Verrechnungswährung 1999. Die hartnäckig hohe Inflation bereitet auch der Sorge, die mittelfristig eine stabile Gemeinschaftswährung bei einer Preissteigerung von 2 Prozent anstrebt.

    Europas Währungshüter steuern daher trotz neuer Risiken für die Konjunktur wegen des Ukraine-Kriegs auf ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik zu. Die EZB fährt ihre milliardenschweren Anleihenkäufe früher zurück als geplant und stellt deren Ende im Sommer in Aussicht, wie der EZB-Rat am Donnerstag (10. März) beschloss. Wann die Zinsen im Euroraum wieder steigen werden, liess die Notenbank aber offen.

    Was bedeutet die Inflationsentwicklung für Sparguthaben?

    Für Sparer sind steigende Teuerungsraten bitter. Nach Berechnungen der zur Commerzbank gehörenden verloren Sparer in Deutschland im vergangenen Jahr in Summe 80 Milliarden Euro wegen niedrig verzinster Einlagen. Allein im vierten Quartal 2021 lag der Realzins - also der Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate - auf dem Rekordtief von minus 4,93 Prozent. Auf der Suche nach besser verzinsten Alternativen sollten sich Anleger allerdings nicht von aussergewöhnlich hohen Gewinnversprechen blenden lassen. Oft stecke Betrug dahinter, warnt die Finanzaufsicht Bafin: «Das «sichere, schnelle Geld» gibt es nicht». Investments in Kryptowerte wie Bitcoin, Ether und Co. seien hoch spekulativ und ebenso riskant. Es drohe möglicherweise der Totalverlust des eingesetzten Geldes, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

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