Facebook als Hausherr darf Hassrede löschen

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    Deutschland,

    Im Streit um einen als Hassrede eingestuften und von Facebook gelöschten Post hat das Stuttgarter Landgericht die Klage des Verfassers abgewiesen.

    Facebook hatte einen Post gelöscht und den Nutzer 30 Tage gesperrt - zurecht, urteilte das Landgericht Stuttgart. Foto: Carsten Rehder
    Facebook hatte einen Post gelöscht und den Nutzer 30 Tage gesperrt - zurecht, urteilte das Landgericht Stuttgart. Foto: Carsten Rehder - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Kläger hatte demnach den Beitrag eines anderen Nutzers geteilt, in welchem dieser «Migranten auf dem Mittelmeer» pauschal unterstellt hatte, in Zukunft schwere Straftaten zu begehen.

    Die Plattform hatte auch dessen Nutzerkonto für 30 Tage gesperrt - nach Ansicht der Zivilkammer war beides rechtens, weil der Beitrag gegen die aktuellen Gemeinschaftsstandards des sozialen Netzwerks verstosse. Nach diesen Massstäben sei der Beitrag als Hassrede einzustufen, sagte eine Gerichtssprecherin.

    Der Kläger hatte demnach den Beitrag eines anderen Nutzers geteilt, in welchem dieser «Migranten auf dem Mittelmeer» pauschal unterstellt hatte, in Zukunft schwere Straftaten zu begehen. Dazu schrieb der Kläger auch selbst einen Text: «Für sowas wird man im Merkel-Deutschland 2018 30 Tage gesperrt. Da kann man sich mal wieder vorstellen was da so vor den Zensurhebeln hockt.»

    Gemäss den Gemeinschaftsstandards von Facebook werde generell kein Unterschied gemacht, ob ein Nutzer einen als Hassrede einzustufenden Beitrag selbst verfasse oder den eines anderen verbreite - zumal der Kläger sich in diesem Fall nicht von dem Inhalt distanziert habe. Im Gegenteil: Er habe zum Ausdruck gebracht, dass er den geteilten Beitrag nicht für sperrwürdig erachte, und die Abwertung von Flüchtlingen zumindest bagatellisiert, entschied die Kammer.

    Zum Recht auf Meinungsfreiheit merkte die Gerichtssprecherin an, dass es einen Unterschied mache, ob man sich mit seiner Botschaft auf einen öffentlichen Platz stelle oder etwa in den Privatgarten von jemandem. «Sie als Hausherrin können dann selbstverständlich sagen: Das möchte ich nicht, dass das in meinem Garten gezeigt wird.»

    Die Berufung zum Oberlandesgericht Stuttgart ist möglich.

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