EU

    EU verschärft Sanktionen gegen Russlands Kriegswirtschaft

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Luxemburg,

    Die Aussenminister der EU-Staaten haben neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen von Russlands Rüstungsindustrie sowie mit Verbindungen zur sogenannten Schattenflotte beschlossen.

    kaja kallas
    EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas. - keystone

    Wie der Rat der Mitgliedsstaaten mitteilte, wurden bei einem Treffen der Ressortchefs in Luxemburg zudem Strafmassnahmen gegen 15 Menschen und eine Organisation beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden.

    Mit den Strafmassnahmen soll der Druck auf Russland erhöht werden, wie die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sagte. Jede Massnahme schränke Russlands Handlungsspielraum weiter ein. Die westlichen Sanktionen hätten Russland bereits schätzungsweise 1 bis 1,3 Billionen Euro gekostet, so Kallas weiter. «Stein für Stein zerstören wir die Grundlagen der russischen Kriegswirtschaft.»

    Konkret verhängt die EU Sanktionen gegen 7 Personen und 21 Organisationen, die Russlands Militär- und Rüstungsindustrie unterstützen oder deren Aktivitäten in Drittstaaten ermöglichen. Das sind etwa Hersteller und Lieferanten von Drohnen und militärischer Ausrüstung für die russischen Streitkräfte. Zehn Menschen und eine Organisation kommen wegen Aktivitäten in Russlands Einfluss- und Desinformationskampagnen gegen die EU neu auf die Sanktionsliste.

    Da Energieexporte weiterhin eine zentrale Einnahmequelle für Russland darstellen, gelten EU-Strafmassnahmen künftig unter anderem gegen 24 weitere Unternehmen, die am Transport und Export von russischem Rohöl und Erdölprodukten beteiligt sind. Betroffen sind demnach auch Unternehmen mit Sitz in Liberia, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Aserbaidschan und Hongkong. Die Massnahmen richten sich insbesondere gegen die sogenannte Schattenflotte, wie die Länder mitteilten.

    Über die Schattenflotte versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Dafür werden meist veraltete Schiffe und verschiedene Methoden genutzt, um die Herkunft von Ölladungen zu verschleiern.

    Im Zusammenhang mit dem Tod von Nawalny sind den Angaben nach Richter, Staatsanwälte, Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden, Angehörige des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und medizinisches Personal neu auf der EU-Sanktionsliste. Ihnen wird eine Beteiligung an Verfolgung, Vergiftung und Tod des Kremlgegners vorgeworfen.

    Insgesamt umfasst das Sanktionspaket den Angaben zufolge 34 Personen und 47 Organisationen beziehungsweise Unternehmen. Von den betroffenen Akteuren müssen nun in der Europäischen Union vorhandene Vermögenswerte eingefroren werden. Zudem ist es EU-Bürgern sowie Unternehmen untersagt, ihnen Gelder zur Verfügung zu stellen. Gegen die betroffenen Personen wird zusätzlich ein EU-Einreiseverbot verhängt.

    Derzeit wird in Brüssel zudem an einem 21. Sanktionspaket gegen Russland gearbeitet. Dieses soll nach Willen der Europäischen Kommission eine umfassende Visasperre für russische Soldaten umfassen. Ausserdem sollen weitere Massnahmen den Finanz- und Energiesektor sowie erstmals auch Fischereiunternehmen treffen. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist unter anderem geplant, die turnusmässige Anpassung der Ölpreisobergrenze bis Januar kommenden Jahres auszusetzen.

    Wie die Europäische Kommission mitteilte, kann die Ukraine bei Cyberangriffen künftig zudem um EU-Unterstützung bitten. Sollte das Land etwa einen grösseren Hackerangriff registrieren, kann es die sogenannte Reserve unter Führung der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA um Unterstützung bei der Abwehr bitten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #6574 (nicht angemeldet)

    Top von der EU. Die aggressive Expansion von Russland wird nicht hingenommen. Die ganze russische Infrastruktur für die Gaslieferungen in die EU sind für die Katz. Ein riesiger Schaden für Russland, insbesondere wenn man bedenkt, das Russland in der Barentssee Gas fördern muss, um die Quellen nicht dauerhaft versiegen zu lassen.

    User #2477 (nicht angemeldet)

    Ihr Gesichtsausdruck zeigt ihren seelischen Zustand:))

    Weiterlesen

    selfie
    36 Interaktionen
    Eingriffe
    gletscher
    110 Interaktionen
    Hitze

    MEHR IN NEWS

    Homeoffice
    1 Interaktionen
    Bern
    Griechenland
    Athen

    MEHR EU

    6 Interaktionen
    Luxemburg
    Pass Ukraine EU
    44 Interaktionen
    Umfrage
    eu china
    4 Interaktionen
    Konflikt
    30 Interaktionen
    Moskau

    MEHR AUS LUXEMBURG

    Ukraine EU
    77 Interaktionen
    Luxemburg
    EU-Flagge
    16 Interaktionen
    Luxemburg
    4 Interaktionen
    Luxemburg
    38 Interaktionen
    Luxemburg