Erwachsene plündern Nester – Ostereier-Suche abgesagt
Eine beliebte Oster-Tradition für Kinder in Deutschland wird nicht mehr stattfinden. Unanständige Erwachsene sind schuld daran.

Das Wichtigste in Kürze
- In einem deutschen Park wurden an Oster fünf Jahre lang für Kinder Nester versteckt.
- Mit der beliebten Tradition ist nun aber Schluss.
- Der Grund sind unanständige Erwachsene, die den Kindern die Eier weghamsterten.
Mit einer schönen Oster-Geste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist jetzt Schluss.
Seit fünf Jahren verteilten Freiwillige Osternester in einem Park in Bochum-Wattenscheid (D). Zwischen 5000 und 7000 Eier sowie rund 350 Schokohasen wurden jeweils für Kinder versteckt. Etwa 2000 Personen nahmen jedes Jahr an der Nestsuche teil.
Doch was eigentlich für Kinder gedacht war, nutzten zuletzt auch Erwachsene aus. Noch während die Freiwilligen die Nester versteckten, griffen erste Ungeduldige bereits zu und steckten die Überraschungen ein.
Solche Frühstarter habe es zwar schon immer gegeben, wie Christian Lange gegenüber der «Bild» sagt. Doch im vergangenen Jahr sei die Situation eskaliert, so der Sprecher des DRK Wattenscheid.
Erwachsene haben sich nicht an Regeln gehalten
Einige hätten den Hals nicht voll genug bekommen und seien mit bis zu 15 Eiern nach Hause gegangen. Ihm seien «Erwachsene ohne Kinder aus dem Park entgegengekommen mit einem ganzen Korb oder Karton voller Eier».
Lange habe ich da schon gefragt: «Warum muss ich als Erwachsener 20 bunte Eier mitnehmen, die ich für 3 Euro im Supermarkt bekomme?»
Nach der Ausgabe im letzten Jahr schrieb die Organisation in einem Instagram-Post: «Leider haben sich aber erneut einige Erwachsene nicht an Regeln gehalten und einige hundert Ostereier weggesammelt.»
Und weiter: «Wir empfinden dieses schamlose Verhalten einige Weniger als absolut respektlos und schlichtweg schade für die Kids.»
Das Verhalten der erwachsenen Sammler hatte Folgen: Zum offiziellen Start der Veranstaltung gingen einige Kinder leer aus. Enttäuschte Kinder und verärgerte Eltern waren die Konsequenz.
«Unsere Freiwilligen wurden von den Eltern beschimpft», berichtet Lange gegenüber der «Bild». Nach der Veranstaltung hätten die DRK-Helfer ihrem Frust Luft gemacht. Sie machten klar, dass sie sich nicht weiter beleidigen lassen wollen.
Sogar Zugangskontrollen an den sechs Parkeingängen seien geprüft worden, um Erwachsene vom frühen Suchen abzuhalten. Dies sei jedoch personell nicht umsetzbar gewesen.
Nun zieht das DRK die Reissleine und beendet die Tradition. «Eigentlich war es mehrheitlich eine schöne Veranstaltung», meint Lange. Der Entscheid sei deshalb schwer gefallen.
Doch klar ist auch: «Wir müssen unsere Ehrenamtlichen schützen.»

















