Bodensee

    Einbaum beschäftigt die Forscher am Bodensee

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    Deutschland,

    Seit Tausenden Jahren überqueren Menschen den Bodensee. Mit Flössen und Holzbooten, in Galeeren und Yachten. Und spätestens in der Bronzezeit auch mit Einbäumen. Ein Relikt wird nun geborgen.

    Ein Taucher arbeitet an einem Fund eines rund 4000 Jahre alten Einbaums im Bodensee. Foto: Florian Huber/Wirtschaftsministerium/dpa
    Ein Taucher arbeitet an einem Fund eines rund 4000 Jahre alten Einbaums im Bodensee. Foto: Florian Huber/Wirtschaftsministerium/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach dem Fund eines weiteren mehr als 4000 Jahre alten Einbaums im Bodensee erhoffen sich Forscher neue Erkenntnisse über die Geschichte des Ur-Bootes und vielleicht sogar des Lebens am Gewässer in der Steinzeit und frühen Bronzezeit.

    «Durch den Fund kann die Nutzung des Sees als Wasserstrasse oder Fischereigewässer in dieser Zeit jetzt erstmals belegt werden», sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) am Mittwoch. Vorsichtig soll das hölzerne Relikt in den kommenden Wochen geborgen werden. Der mehr als acht Meter lange Einbaum stammt nach den Schätzungen der Experten aus der Zeit des 24. bis 23. Jahrhunderts vor Christus.

    «Dieser Einbaum ist das älteste Wasserfahrzeug aus dem Bodensee, das wir bislang kennen», sagte die baden-württembergische Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz (CDU) bei einem Besuch des Ortes, an dem das Boot im Herbst 2018 gefunden worden war. Es sei aber ein Rätsel, warum der Einbaum an dieser Stelle im See versunken sei. Vorsichtig soll das auch als Ur-Boot bekannte Relikt vergangener Zeiten geborgen werden und dann in jahrelanger Feinarbeit restauriert und konserviert werden.

    Vor drei Jahren war vor Wasserburg im bayerischen Teil des Bodensees bereits ein Einbaum aus Eiche gefunden und geborgen worden. Während dieser am Stück aus dem Wasser geholt wurde, ist das laut Ministerium am Seerhein, einem Zufluss des Rheins am Bodensee, nicht möglich. «Das Holz ist hierfür zu fragil und zu weich», sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne). Die Unterwasserarchäologen gehen daher sorgfältig unter anderem mit kleinen Schaufeln vor.

    Ihren Angaben nach ist der Bug des Seerheiner Einbaums nicht mehr vorhanden. Sein Rumpf aus Linde ist 8,56 Meter lang und bis zum 81 Zentimeter breit. «Der Einbaum ist damit eines der am vollständigsten erhaltenen prähistorischen Wasserfahrzeuge überhaupt», teilte das Ministerium mit.

    Einbäume gehören zu den ältesten Wasserfahrzeugen der Menschheit. Sie wurden vor allem an Seeufersiedlungen genutzt. Am Bodensee sind bislang laut Wirtschaftsministerium keine dieser prähistorischen Siedlungen, die einst auf Pfählen im Flachwasser standen, aus der Zeit der endenden Steinzeit und dem Beginn der Bronzezeit bekannt.

    Der Bodensee ist bei Archäologen ein sehr geschätzter Forschungsort. Es sind dort Überreste von mehr als 70 Pfahldörfern im Wasser und im Moor bekannt, die Jäger und Fischer der Stein- und Bronzezeit am Gewässer errichtet haben. Mehr als 110 Fundstätten gehören zum Welterbe der Unesco.

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