Direktbank ING: Mehr Gewinn mit weniger Kunden

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    Kontogebühren, Verwahrentgelt, Rückzug aus Österreich: Die Direktbank ING hat in ihrem Privatkundengeschäft die Zügel angezogen. Der Kurs scheint sich auszuzahlen.

    Die Zentrale der ING Deutschland, eine Tochter der niederländischen ING Groep, in Frankfurt. Foto: Arne Dedert/dpa
    Die Zentrale der ING Deutschland, eine Tochter der niederländischen ING Groep, in Frankfurt. Foto: Arne Dedert/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mehr Gewinn trotz geschrumpfter Kundenbasis: Die Direktbank ING hat 2021 sowohl vor als auch nach Steuern mehr verdient als ein Jahr zuvor.

    Haupttreiber waren nach Angaben der ING Deutschland vom Donnerstag ein Plus beim Provisionsergebnis dank starker Nachfrage nach Wertpapieren sowie ein Rückgang der Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle um mehr als die Hälfte auf 113 Millionen Euro.

    Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 12 Prozent auf 1,169 Milliarden Euro. Der Überschuss legte um 15 Prozent auf 797 Millionen Euro zu. «Wir haben unser Angebot ausgebaut, sind ausgewogen gewachsen und haben schlussendlich ein starkes Ergebnis erzielt», bilanzierte der Vorstandsvorsitzende der ING Deutschland, Nick Jue, in Frankfurt. Im Jahr 2020 hatte die Direktbank nach sieben Rekordjahren in Folge einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

    Kein Geldparkplatz mehr

    Die Zeiten ungebremsten Kundenwachstums bei der einstigen ING-Diba sind allerdings vorbei. Das Institut, das seit November 2018 nur noch unter dem Namen des Mutterkonzerns ING auftritt, will nicht mehr nur Geldparkplatz sein, sondern als Hausbank mehr Geschäft mit seinen Kunden machen. Heisst: Idealerweise sorgen diese über Baufinanzierung, Verbraucherkredite oder Wertpapiersparen für Provisionseinnahmen.

    Aus dem Privatkundengeschäft in Österreich zog sich die Bank ganz zurück. Infolgedessen verringerte sich die Zahl der Privatkunden von gut 9,5 Millionen Ende des Jahres 2020 auf nun knapp 9,1 Millionen - auch wenn in Deutschland im vergangenen Jahr unter dem Strich 131.000 Kunden hinzukamen. Die Zahl derjenigen, die neben dem Girokonto mit regelmässigem Geldeingang mindestens ein weiteres Produkt der Bank nutzen, stieg um gut 106.000 auf knapp 2,26 Millionen.

    Beim Einlagenwachstum, das wegen der Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) bares Geld kosten kann, tritt die ING Deutschland seit einiger Zeit auf die Bremse. Inzwischen verlangt sie ab 50.000 Guthaben je Konto ein Verwahrentgelt von ihren Kunden. Dies trug dazu bei, dass die Einlagen in Sparprodukten und auf Girokonten um netto 10,1 Milliarden Euro auf gut 134,2 Milliarden Euro zurückgingen.

    Viele Sparer schichteten auch in Wertpapiere um. Das trieb das Provisionsergebnis um 13 Prozent auf 543 Millionen Euro nach oben. Bestandskunden haben noch bis Ende Februar Zeit, den neuen Geschäftsbedingungen und damit dem Verwahrentgelt zuzustimmen. Die Bank «intensiviere den Dialog mit denjenigen, die bisher noch nicht zugestimmt haben», sagte Jue. «Dieser Weg ist der beste, Kontokündigungen als allerletzte Option zu vermeiden.»

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