Deutscher Industriepräsident sieht Standort «im freien Fall»

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Die deutsche Industrie droht zum vierten Jahr in Folge zu schrumpfen. Der Präsident des Industrieverbands, Peter Leibinger, sieht Handlungsbedarf.

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Der Verbandspräsident der deutschen Industrie sieht Handlungsbedarf, da die Industrie das vierte Jahr in Folge einen Produktionsrückgang erwartet. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor der kriselnden deutschen Wirtschaft.
  • Der erwartete Rückgang der Industrie Ende Jahr wäre der vierte Jahresrückgang in Folge.
  • Als Lösung soll Sondervermögen für Investitionen genutzt und Bürokratie abgebaut werden.

Der Verband der Deutschen Industrie (BDI) sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland im «freien Fall». Die Industrie stehe am Ende des Jahres 2025 vor einem dramatischen Tiefpunkt, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger der Deutschen Presse-Agentur.

«Der Wirtschaftsstandort befindet sich in seiner historisch tiefsten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug.»

In einem neuen Industriebericht wird für dieses Jahr ein Rückgang der Produktion in der Industrie um zwei Prozent erwartet.

Damit würde sie das vierte Jahr in Folge schrumpfen. «Das ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg», so Leibinger. Die deutsche Industrie verliere kontinuierlich an Substanz. Der Wirtschaftsstandort befinde sich «im freien Fall».

In einer schwierigen Lage befindet sich zum Beispiel die Chemieindustrie. Zuletzt lag dem Bericht zufolge die Auslastung der Chemieanlagen nur noch bei 70 Prozent. Auch der Maschinenbau und die Stahlindustrie stünden unter Druck. Die Lage in der Bauindustrie dagegen scheint sich zu stabilisieren.

In der Autoindustrie wird mit einem Produktionsplus gerechnet, die Kapazitätsauslastung ist gestiegen. Die Beschäftigung in der Automobilindustrie aber sei unter Druck geraten.

Wirtschaftspolitik soll reagieren

«Deutschland braucht jetzt eine wirtschaftspolitische Wende mit klaren Prioritäten für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum», sagte Leibinger. Jeder Monat ohne entschlossene Strukturreformen koste weitere Arbeitsplätze und Wohlstand und enge künftige Spielräume des Staates massiv ein.

Konkret fordert der BDI-Präsident, die Bundesregierung müsse Investitionen Vorrang vor Konsumausgaben einräumen. Das Sondervermögen müsse transparent für zusätzliche Investitionen genutzt werden.

Kennst du dich mit der deutschen Wirtschaft aus?

Schon länger gibt es Kritik an der deutschen Regierung. Sie würde Vorhaben aus dem Kernhaushalt in das Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz verschieben. Dies, um dann mit freigewordenen Mitteln Projekte wie die umstrittene Ausweitung der Mütterrente zu finanzieren.

Leibinger fordert ausserdem einen konsequenten Bürokratieabbau. Zwar habe die Bundesregierung erste Schritte eingeleitet. Die Unternehmen bräuchten aber weitreichende Entlastungen, die sie im Alltag wirklich spürten.

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Kommentare

User #5889 (nicht angemeldet)

Habeck und Bärbock lassen grüssen.

User #2876 (nicht angemeldet)

Und das dortige Parlament ähnelt sehr deutlich dem chinesischen Volkskongress. Sie versuchen jetzt DDR 2.o , ich gebe dem Projekt wenig Chancen.

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